Basilikata oder Lucania
Region:
Basilikata/ Provinzen Potenza und Matera/ Fläche 9992 qkm/
Einwohner 611 000
Die Region
Basilikata im Süden Italiens, auch Lucania genannt und in der Nähe
des Golfes von Tarent gelegen, wird geographisch vor allen Dingen
vom neapolitanischen Apennin bestimmt. Zugang zum Tyrrhenischen
Meer hat die Provinz am Golf von Policastro und zum Ionischen Meer
am Golf von Tarent. Basilikata ist eine sehr arme Region, deren
Bewohner fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben. 1980
gab es ein schweres Erdbeben mit den entsprechenden Verwüstungen.
Im 8./7. Jh.
v. Chr. wurde das Land griechische Kolonie und später ins Römische
Reich eingegliedert ohne dass es im Laufe der Jahrhunderte zu
irgendwelcher großer, geschichtlicher Bedeutung gekommen wäre.
Matera,
die Hauptstadt des östlichen Teiles der Basilikata liegt über
einer Schlucht auf Felsen gebettet. Sie wurde an der Stelle einer
vorgeschichtlichen Siedlung erbaut, deren Reste man im
Nationalmuseum besichtigen kann. In den beiden Stadtvierteln Sasso
Barisano und Sasso Caveoao bilden die „Sassi“, ein Gewirr von
Häuser die auf Stufen übereinander in den Fels gehauen wurden, ein
malerisches Bild von großem Reiz.. Die „Sassi di Matera gehören zu
den schützenswerten Kulturgütern der UNESCO und sollen instand
gesetzt werden.
Der Dom aus
dem 13. Jh. erhebt sich am höchsten Punkt der Altstadt. An seiner
Fassade befinden sich Statuen von Heiligen und eine eindrucksvolle
Steinrosette die das Rad des Lebens symbolisiert. Im Inneren Reste
eines Freskogemäldes der Stadtpatronin, der Madonna della Bruna.
Schön sind auch die alten Kirchen San Giovanni Battista ( 13.Jh.)
und San Francesco d`Assisi. An die ebenfalls sehr alte Kirche
Santa Chiara grenzt ein Klosterkomplex in dem heute das
Nationalmuseum mit eindrucksvollen Funden aus verschiedenen
Epochen untergebracht ist.
Eine
Besonderheit der Umgebung von Matera sind die kleinen Kirchen, die
entweder in Naturhöhlen eingebaut oder in den Tuff gegraben
wurden. Man kann davon ausgehen, daß hier früher Mönche lebten.
Ebenfalls in den Fels gehauen ist die Kirche Santa Maria de Idris
in Caveoso. Sie ist mit byzantinischen Fresken aus dem 14.
- 16. Jh. geschmückt und über die Strada Panoramica dei Sassi
zu erreichen.
Die
Hauptstadt der Region Basilikata und des Westteiles der Provinz
ist Potenza, das bei Erdbeben im Jahr 1857 und im zweiten
Weltkrieg schwere Zerstörungen hinnehmen mußte. Sehr schön ist der
Dom mit seinen Renaissanceportalen, sowie die Kirche San Michele
aus dem 11. und 12. Jh. Sehenswert das Museo Archeologico
Provinziale mit seinen Funden aus dem antiken Lukanien und vom
Tempel des Apollon Lykeios in Metapont. Ausserdem sind
Terrakotten, Plastiken und Gebrauchsgegenstände ausgestellt.
Wenn man die
Basilikata kennenlernen möchte, sollte man von Potenza aus eine
Fahrt in nördlicher Richtung machen. Sie führt zunächst zu dem
Schloß von Lagopesole und dem Ort Rionero in Vulture.
Das Kastell von Lagopesole erhebt sich auf einer Anhöhe westlich
des ehemaligen Lagopesole. Es wurde von Friedrich II um 1242
erbaut und besteht aus einer rechteckigen Anlage mit 2 Höfen, die
durch eine Mauer unterteilt sind. In der Mitte des größeren Hofes
steht ein bemerkenswerter Brunnen mit einer großen Maske, die
seitlich angebracht ist.
Von hier
führt ein Weg zum Monte Vulture ( 1362m), einem ehemaligen
Vulkan den man schon von weitem an seiner kegelförmigen Silhouette
erkennen kann.
Westlich von
Rionero kommt man zu den Seen von Monticchio, sie füllen
den Krater eines ehemaligen Vulkanes und liegen in einer sehr
hübschen Landschaft. Am Ufer des kleineren Sees liegt das
malerische, ehemalige Kapuzinerkloster San Michele.
Ca. 6km
weiter westlich erreicht man das Thermalbad Rapolla und
kann von dort eine Fahrt nach Venosa machen. Diese alte
Samniterstadt mit dem eindrucksvollen Kastell aus dem
15. Jh. wurde
ehemals von den Römern Venusia genannt. Sie ist der Geburtsort des
Dichters Horaz. Es wurden bei Ausgrabungen große Teile der alten
Stadt freigelegt. Quadern aus dem ehemaligen Amphitheater wurden
zum Bau der Abtei Santissima Trinita`von 1046 verwendet, die
ausserhalb der Stadt liegt. Der Normannenherzog Robert Guiscard
bestimmte die älteste Kirche des Klosters zur Familiengruft und
fand hier auch seine letzte Ruhe. Man findet sehr schöne Fresken
aus dem 11. Jh., römische Inschriften und Reste von Skulpturen.
Interessant ist auch die jüdische Katakombe aus dem 4. und 5. Jh.
mit lateinischen, griechischen und Hebräischen Inschriften.
Nordwestlich
von Rapolla steht auf einem der Krater des Monte Vulture die
kleine Stadt Melfi, das Zentrum eines großen Oliven - und
Weinanbaugebietes mit seiner schönen Kathedrale aus dem 12. Jh. (
sie wurde im 19. Jh. modernisiert ). In der alten Normannenburg
oberhalb der Stadt befindet sich das Museo Nazionale Archeologico
in dem man den überaus prunkvollen Sarkophag einer römischen Dame
von 165 - 170 n. Chr. besichtigen kann. Er stammt aus Rapolla und
wurde in Kleinasien angefertigt.
Eine der
bedeutendsten Städte Großgriechenlands war die Stadt
Metapontion deren Reste man am Golf von Tarent besichtigen
kann. Sie wurde im 7. Jh. v. Chr. von Achäischen Siedlern
gegründet und war im 6. Jh. v. Chr. ein wichtiger Teil des Bundes
der Pythagoräer, eines religiösen Bundes, den Pythagoras begründet
hatte. Hier soll der berühmte Philosoph und Mathematiker im Jahr
497 v. Chr. gestorben sein.
Zentrum der
Stadt war die Agora. Vom Theater, das schon in sehr früher Zeit
abgetragen wurde sind nur noch spärliche Reste vorhanden. Man kann
im Stadtgebiet die Grundrisse von vier großen Tempelanlagen
sehen die vermutlich im 3. Jh. v. Chr. durch das stetig steigende
Grundwasser einstürzten.
Nördlich der
Stadt liegen die Tavole Palatine, Reste eines Tempels, von
dem noch 15 von ehemals 36 Säulen erhalten sind. Er war vermutlich
der Hera geweiht. Auf dem Areal sind Grabkammern aus griechischer
Zeit erhalten und in der Nähe befindet sich ein Antiquarium mit
vielen Grabungsfunden wie bemalte Terrakotten, Reliefs,
Silbermünzen sowie Schmuck und kleinere Statuetten die als
Grabbeigaben verwendet wurden.
Man kann Wege
und Kanäle erkennen sowie mehr als 300 alte Bauernhöfe von denen
einige bereits ausgegraben wurden.
Landestypische Spezialitäten
Wein
- Aglianico dei Vulture, ein ausgezeichneter Rotwein, gut lagerfähig.
Speisen
- Eine Spezialität der Basilikata sind die Gemüsegerichte und die Würste aus Garaguso.
- Strascinati, Nudeln in Form der Ohren, flach und groß.
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