Latium oder Lazio
Region Latium oder Lazio/
Provinzen Rom, Frosinone, Rieti, Viterbo/ Fläche 17 203qkm/
Einwohner 5 156 000.
Latium
ist das, was man eine historische Landschaft nennen kann und ein
landschaftlich sehr vielfältiges und schönes Gebiet das sich am
westlichen Apennin entlang bis zur Küste des Tyrrhenischen Meeres
erstreckt. Das Zentrum der Region ist Rom.
Der größte
Teil von Latium wird durch vulkanische Massen des Quartär
gebildet. Dadurch sind in alten Kratern mehrere kleine sowie 4
große Seen wie der Lago di Vico, der Lago Volsini, der Lago di
Bolsena und der Lago Bracciano entstanden.
Die Albaner Berge ( Höhe bis 948m ) mit dem Lago Albano, liegen
südöstlich von Rom und sind ein beliebtes Urlaubsziel der Römer.
Der Maremmen,
ein breiter Schwemmlandstreifen zieht sich entlang der Küste.
Dieses Gebiet war früher sumpfig und mit Malaria verseucht und ist
heute trockengelegt.
Der
wichtigste Fluß des Latium ist der Tiber, der Rom durchfließt.
Im frühen
Altertum siedelten im Latium die Etrusker sowie im Küstengebiet
des Tiber die Latiner. Diese vereinigten ihre 30 Republiken zu
einem Städtebund dessen Zentrum Alba Longa war. Die Stadt Rom, die
ständig an Bedeutung zunahm gehörte seit dem 6./5. Jh. v. Chr.
diesem Bündnis an und wurde durch die Verlegung des
Bundesheiligtums in den Dianatempel auf dem Aventin die neue
Bundeshauptstadt. Im Latinerkrieg ( 340 - 338 v. Chr. ) versuchten
die anderen Latinerstädte zwar, sich dieser Vorherrschaft zu
entziehenn unterlagen aber dem bereits damals sehr mächtigen Rom.
Nach dem Niedergang Roms gehörte das Latium vom 15. Jh. bis zur
Einigung Italiens dem Kirchenstaat an.
Auch heute
noch sind Landwirtschaft und Schafzucht wichtige
Wirtschaftsfaktoren im Latium. Der vulkanische Boden ist
ausserordentlich fruchtbar sodaß Zuckerrüben, Wein, Zitrusfrüchte,
Gemüse und Oliven gut gedeihen. An der Küste ist die Fischerei von
Bedeutung.
Im Bereich
von Rom und der Autostrada del Sole hat sich inzwischen auch viel
Industrie angesiedelt. Es entstanden Niederlassungen der Chemisch
- Pharmazeutischen - sowie der Textil und Metallindustrie.
Natürlich ist vor allem der Tourismus ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor geworden, insbesondere in der Hauptstadt Rom.
Empfehlenswert ist eine Fahrt von Rom nach Montecassino
über die E45. Hier liegen Orte wie Palestrina, das antike
Praeneste, eine der ältesten Städte Italiens. Sie war seit 1630 im
Besitzt der Familie Barberini. Der Komponist Giovanni Pierluigi da
Palestrina wurde hier 1525 geboren. Durch die Zerstörungen im
zweiten Weltkrieg wurden im Zentrum der Stadt die Grundmauern des
riesigen Fortuna - Tempels freigelegt, der einst eine der größten
Kultstätten des antiken Italiens war und nahezu die gesamte Fläche
der heutigen Altstadt bedeckte. Heute ist dieses Heiligtum fast
komplett wieder freigelegt. Es zog sich über 4 Terrassen die
miteinander verbunden waren den Hang hinauf. Auf der zweiten
Terrasse ist eine sog. Orakelgrotte in den Berg hineingebaut, auf
der obersten Terrasse steht seit 1640 der Palazzo Barberini. Hier
befindet sich auch das Archäologische Museum in dem das Nil -
Mosaik, eine besondere Kostbarkeit aus dem Tempelbereich,
aufbewahrt wird.
Eine
gewundene Straße führt von Palestrina nach dem Dorf Castel San
Pietro Romano welches auf den Grundmauern der ehemaligen Akropolis
von Palestrina erbaut wurde.
Das Städtchen
Segni, am Hang des Monte Lepini, besticht durch sein gut
erhaltenes, mittelalterliches Ortsbild und seine Stadtmauer, eine
„Zyklopenmauer“ von 2km Länge aus dem 6./5. Jh. v. Chr. Am
höchsten Punkt des Ortes sind noch Reste einer antiken Akropolis
und eines Tempels zu sehen. hier wurde später die romanische
Kirche San Pietro errichtet.
Über die
Ausfahrt Colleferro erreicht man Anagni, eine kleine Stadt
die oberhalb des Sacco - Tals gelegen ist. Es spielte im
Mittelalter eine wichtige Rolle, da sich die damaligen Päpste dort
gerne aufhielten und im 13. Jh. auch einen eindrucksvollen Palast
in Kern der Altstadt erbauten, der heute noch zu besichtigen ist.
Der Dom Santa
Maria wurde 1073 - 1104 erbaut, der Boden im Inneren ist aus den
Steinen einer römischen Villa zusammengesetzt. Sehenswert sind
auch das Ziborium mit dem Bischofsstuhl und der Osterleuchter die
1260 von dem Meister Vassalletto geschaffen wurden. In der Krypta
befindet sich ein eindrucksvoller Freskenzyklus aus dem Jh..
Beeindruckend ist auch das Dommuseum mit dem kostbaren
Kirchenschatz.
Ein
Spaziergang durch den alten Ortskern mit seinen vielen,
mittelalterlichen Gebäuden, u.a. der Papstpalst und der Palazzo
Communale aus dem 12./13. Jh., sollte man auf keinen Fall
versäumen.
15km nach
Anagni kommt man nach Fiuggi. Diese hübsche Kurstadt liegt
inmitten von Kastanienwäldern und ist wegen ihrer radioaktiven
Thermalquellen ein vielbesuchtes Bad.
Von dort
erreicht man nach wenigen km Alatri das von einer 2km
langen Wehrmauer ( Zyklopenmauer ) aus großen Steinblöcken umgeben
ist. Sie wurde vermutlich im 4. Jh. v. Chr. errichtet und ist ein
besonders beeindruckendes Beispiel einer antiken Stadtbefestigung
mit 5 erhaltenen Toren, von denen besonders die Porta
dell`Areophago hervorzuheben ist. Den höchsten Punkt der Stadt
nahm früher die Akropolis ein an deren Stelle heute der Dom aus
dem 17. Jh. steht.
Fährt man von
hier in südwestlicher Richtung weiter, so kommt man nach
Ferentino, einer
alten,
kleinen Stadt die malerisch auf einer Anhöhe über dem Sacco - Tal
liegt. Auch hier eine sog. „ Zyklopenmauer“ aus antiker Zeit an
deren Porta Sanguinaria man sehr gut die unterschiedlichen
Bauphasen ( Vorrömisches Zyklopenmauerwerk, römische Hau - und
mittelalterliche Bruchsteine ) erkennen kann. Beachtenswert ist
die Kirche Santa Maria Maggiore aus dem Jahr 1150 und der Dom in
dessen Inneren sich ein schöner Cosmatenfußboden und eiun Ziborium
aus dem 13. Jh. befinden.
Die
Provinzhauptstadt Frosione liegt ca. 10km von Ferrentino
entfernt, auch sie bietet ein malerisches Stadtbild und Reste
antiker Bauten. Von hier sollte man einen Ausflug zu der
Zisterzienserabtei Santi Giovanni e Paolo di Casamari aus dem
13. Jh. nicht versäumen. Die Abtei ist ein besonders schönes
Bauwerk der italienischen Gotik.
40km hinter
Frosione liegt Aquino, ein kleines Dorf in dem der römische
Dichter Juvenal geboren wurde. Westlich davon liegen die Reste das
antike Aquinium. Hier wurde auf den Resten eines Herkulestempels
die romanische Kirche Santa Maria della Liberta erbaut. An ihrem
Hauptportal sind die Reste eines Frieses aus dem römischen Tempel
zu erkennen, der Unterbau des Glockenturms ist ebenfalls dieses
Ursprungs. 10km weiter gelangt man zu der Burg Rocasecca,
dem Geburtsort des großen Theologen Thomas von Aquin.
Von dort sind
es nur noch wenige Kilometer nach Montecassino.
Besuchenswerte Städte und Orte des Latium sind
außerdem:
Anzio,
Bolsena, Cerveteri, Civita Castellana, Cori, Gaeta, Monte Cicero,
Sperlonga, Terracina mit Monte San Angelo, Frascati, Subiaco,
Rieti, Tarquinia, Tivoli, Rieti und Viterbo sowie die Ponza -
Inseln
Landestypische Spezialitäten
Wein
Speisen
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Bucantini
alla Gricia, dicke Spaghetti mit Pfefferschoten, gerösteter
Schweinebacke und geriebenem Schafskäse.
-
Pajata,
Darm vom Milchkalb, in Stücke geschnitten, zu einem Kranz
gebunden und geschmort.
-
Pesce all
Àcqua, Seebarsch oder Brasse in einem Sud aus Wasser und
Olivenöl mit Tomaten, Pfefferschoten, Petersilie und Knoblauch
-
Spaghetti
alla Carbonara
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