Sardinien
Provinzen::
Nuoro, Cagliari, Sassari, Oristano/ Region Sardinien oder Sardegna/
Fläche
24 090km/ Einwohner 1 500 000
Westlich
des italienischen Festlandes erstreckt sich mit einem Ausmaß von Länge
von
ca.
270km x 145km die Insel
Sardinien. Nach Sizilien ist sie die größte Insel des Mittelmeers.
Für
den Fremdenverkehr wurde Sardinien erst in den 60-er Jahren entdeckt,
heute ist die Insel mit ihren versteckten Buchten und ihrem ursprünglichen
und teilweise wildromantischen Inneren ein beliebtes
Ferienziel.
Zu
erreichen ist Sardinien mit Fährschiffen, die von verschiedenen
Mittelmeerhäfen die Insel anfahren. z.B. von Genua, Civitavecchia,
Livorno, Neapel und Genua aus.
Man
nannte Sardinien auch die vergessene Insel, sie lag lange Zeit trotz ihrer
zentralen Lage im Abseits. Dadurch haben sich die Sarden aber auch vieles
von ihrer Eigenständigkeit in Handwerk und Volkskunst bewahrt. Auch die
Sprache blieb unverändert erhalten. Sardisch ist kein italienischer
Dialekt sondern eine eigenständige, romanische Sprache die große Ähnlichkeit
mit dem Lateinischen hat.
In
den letzten 40 Jahren hat man auf Sardinien viele Anstrengungen
unternommen die Unterentwicklung und die wirtschaftliche Rückständigkeit
der Insel zu verändern. Es gab spezielle Förderprogramme, insbesondere
die Petroindustrie wurde damit aufgebaut. Allerdings war dieser Versuch
eher ein Fehlschlag, was nicht zuletzt an den weltweiten Ölkrisen lag.
Nun
setzt man verstärkt auf den Tourismus. Trotzdem haben die Sarden ein sehr
niedriges Durchschnittseinkommen. Viele von ihnen arbeiten auf dem
Festland oder im Ausland. Früher arbeitete mehr als die Hälfte der Bevölkerung
in der Landwirtschaft, heute sind es kaum noch 15%. Es wird Gemüse, Tabak
und Getreide angebaut, sowie Wein, Mandeln und Oliven.
Im
Gebiet von Gallura steht die Gewinnung von Kork aus der Rinde der
Korkeichen im Vordergrund, in der Gegend von Iglesiente ist es der
Bergbau, der allerdings in einer schweren Krise steckt. Die
Papierindustrie hat ihren Standort in Arbatax und Tortoli.
Durch
den immer stärker werdenden Tourismus wurden traditionelle, handwerkliche
Produkte wie Korbflechterei und Handweberei wieder sehr aufgewertet.
Bereits
in prähistorischer Zeit war Sardinien besiedelt. Davon zeugen zahlreiche
Siedlungsreste, die sog. Gigantengräber
und die „Nuraghen“
genannten Rundtürme. Letztere waren vermutlich Festungen, Wachtürme und
auch Grabsätten und entstanden zwischen 1800 und 500 v. Chr.
Im
9. Jh. v. Chr. kamen die Phönizier und dann die Karthager und siedelten
an den Küsten Sardiniens. 238 v. Chr. eroberten die Römer die Insel. Bis
zum 8 Jh. n. Chr. stand
Sardinien unter
byzantinischem Einfluß und nach der Loslösung vom oströmischen Reich im
9. Jh. bildeten sich die Herrschaftsbezirke Gallura, Cagliari, Arborea und
Torres. Diese bestanden bis ins 13.Jh. und wurden von sog. lucides,
Richtern aus dem adeligen Familien des Landes, regiert.
Genua
und Pisa waren im 11. Jh. zur Hilfe gerufen worden, als sich die Übergriffe
der Araber häuften. und sie dehnten daraufhin im 12. und 13. Jh. ihre
Herrschaft auf Sardinien aus.
1297
vergab der Papst die Insel als päpstliches Lehen an das Königreich
Aragon. Die Spanier herrschten bis in das 18. Jh. und ließen das Land
mehr und mehr verarmen.
Nachdem
der spanische Erbfolgekrieg durch den Frieden von Utrecht beendet wurde,
kam Sardinien 1713 zu Österreich, dann 1718 durch Tausch gegen Sizilien
an die Herzöge von Savoyen. Bis zum Jahre 1861 sollte das sardisch -
piemointesische Königreich unter der Herrschaft von Savoyen bestehen
bleiben, danach gehörte Sardinien zum geeinten Königreich Italien und
ist seit 1948 eine der 20 Regionen der Republik Italien. Wie einige andere
Regionen Italiens besitzt Sardinien eine eingeschränkte Autonomie und
damit eine Form der Selbstverwaltung.
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