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Tarent
Provinz: Tarent oder Taranto/ Region Apulien oder
Puglia/ Höhe 15m über dem Meer/
Einwohner 245 000
Die Provinzhauptstadt Tarent, gelegen an der Südküste
von Italien, rund um die nördliche Bucht des Golfs von Tarent, die
„Mare Grande“, ist Sitz eines Erzbischofs.
Die Neustadt mit ihren großen Werftanlagen liegt auf
einer Halbinsel im Südosten, die Altstadt auf einer Felseninsel zwischen
dem Mare Grande und dem Mare Piccolo, das sich weit ins Land erstreckt.
Eine Brücke führt von der Altstadt zur
Vorstadt mit
ihren Industrieanlagen, diese ist dann ebenfalls durch eine Brücke mit
der Neustadt verbunden.
Tarent ist nicht nur eine Industrie-und Handelsreiche
Hafenstadt, sondern auch nach La Spezia die wichtigste Marinabasis
Italiens.
Ein bekanntes Produkt der Stadt ist der Tarenter
Honig, wichtige Erwerbsquellen neben der Industrie sind Fischfang, sowie
Muscheln – und Austernzucht.
Gegründet wurde Tarent etwa 708 v. Chr. von
spartanischen Auswanderern und war im 4.Jh.v. Chr. unter dem Namen
„Magna Graecia“ eine der mächtigsten Städte Italiens.
Noch zu Zeiten des Kaisers Augustus überwog in
Tarent der griechische Bevölkerungsanteil, danach wurde die Stadt
allerdings romanisiert.
494 wurde Tarent von den Ostgoten, ab 540 von den
Byzantinern beherrscht.
Nach der Zerstörung durch die Sarazenen im Jahr 927
wurde die Stadt 967 wieder aufgebaut und kam dann 1063 unter Robert
Guiscard unter normannische Herrschaft. Seit dieser Zeit ist Tarent eng
mit Neapel und dessen Geschicken verbunden.
Die Citta Vecchia, die Altstadt Tarents, wird
von vier, parallel verlaufenden Längsstraßen durchzogen. In der Mitte,
am Platz der alten Akropolis, erhebt sich der Dom San Cataldo. Er
wurde im 11.Jh. erbaut und im 18.Jh. erneuert. Campanile und Kuppel
befinden sich noch im ursprünglichen Zustand.
Interessant sind im Inneren die Krypta mit den gut
erhaltenen, byzantinischen Fresken, die barocke Grabkapelle des
Stadtpatrons, des hl. Cataldo, und die Säulen, die mit frühmittelalterlichen
und antiken Kapitellen versehen sind.
Das Kastell der Altstadt, erbaut im 15. und
18. Jh., erhebt sich im Südosten.
Geht man von der Altstadt über die Ponte Girevole,
eine Drehbrücke, so kommt man in die Citta Nuova, die Neustadt
Tarents. Die Brücke führt über den Canale Navigabile von dem aus
man die Gezeiten des Mittelmeeres, die sonst oft kaum zu bemerken sind,
sehr gut beobachten kann.
In der Neustadt, etwa 100m nach der Brücke kommt man
zur Villa Garibaldi, einem mit Palmen bestandenen Platz, an dem der
große Palazzo degli Uffici aus dem späten 19. Jh., sowie das Archäologische
Museum liegen. Durch seine reichen Sammlungen aus frühchristlicher
Zeit und die berühmte Vasensammlung, wurde das Museo Archeologico
Nazionale um zu einem der bedeutendsten Unteritaliens.
Ebenfalls kann man eine reichhaltige Münzsammlung,
sowie eine Sammlung alten Schmucks besichtigen.
Am Mare Piccolo, nördlich vom Nationalmuseum liegt
das interessante Institut für Meeresbiologie mit dem Museo
Oceanografico, danach kommt man zum Stadtgarten von Tarent.
Die wunderschöne Palmenallee Lungomare Vittorio
II, erstreckt sich südlich der Villa Garibaldi, entlang des Mare
Grande. Hier befinden sich Hauptpost und Präfektur.
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