Hier können Sie nach einem Begriff suchen:

Rom, wirtschaftliche Bedeutung und Geschichte.

Provinz Rom/ Region Latinum/ Höhe 11 - 139m über dem Meer/ Einwohner 2 800 000

Vorbemerkung

Auch hier möchten wir darauf hinweisen, dass es für jeden Reisenden sinnvoll ist, einen guten Reiseführer über Rom mitzunehmen, wenn er diese Stadt besuchen und besichtigen möchte. Es ist uns hier, aufgrund der Vielfalt der Sehenswürdigkeiten, nicht mehr möglich als in Stichworten einen kleinen Eindruck zu vermitteln.

Das Jahr 2000 wurde vom Papst zum Heiligen Jahr erklärt. Es ist mit mehreren Millionen Pilgern und Reisenden zu rechnen.

Roma aeterna, das „ Ewige Rom“, zu dem ja bekanntlich „ alle Wege führen“  ist die Hauptstadt Italiens und liegt in der Region Latinum in Mittelitalien. Der Fluß Tiber ( Tevere ) durchfließt die Stadt, er ist nach dem Po und der Etsch der drittgrößte Strom Italiens. Am Rande von Rom liegt die Vatikanstadt. Sie wurde - zusammen mit dem historischen Zentrum und der Kirche San Paolo fuori di Mura -  in die Liste der schützenswerten Kulturgüter der UNESCO aufgenommen.

Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, bedeutender Handels - und Börsenplatz und als internationales Mode - und Filmzentrum ( Cinecitta ) ist Rom nicht nur eine sehenswerte alte Metropole, sondern auch eine quirlige und lebendige Stadt unserer Zeit.

Die kulturellen Einrichtungen Roms sind vielfältig und genießen weltweites Ansehen. Sowohl die Kirche als auch der Italienische Staat und fremde Länder unterhalten hier eine große Zahl von Forschungs - und Bildungseinrichtungen. Zu erwähnen sind hier die beiden staatlichen Universitäten, die Jesuitenhochschule, die Accademia di Santa Cecilia ( Musikhochschule und die Accademia Nazionale dei Lincei.

Große Bibliotheken wie die Universitätsbibliothek, die Nationalbibliothek und die Vatikanische Bibliothek, sowie z.B. das Goethe -  Institut und die Villa Massimo ( beides Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland ) vervollständigen das Bild einer Kulturmetropole. Ausserdem ist Rom der Sitz der Organisation für Ernährung, Landwirtschaft und Forstwesen der Vereinten Nationen ( FAO ).

Der Tiber, der von 25 Brücken überquert wird, durchfließt Rom von Norden nach Süden. Die berühmten 7 Hügel der Stadt - Quirinalis ( 52m ), Capitolinus ( 50m ), Palatinus ( 51m ), Esquilinus ( 53m ), Viminalis ( 56m ), Caelius ( 50m ) und Aventinus ( 46m ) befinden sich alle am linken Tiberufer. Auf ihnen wurde das alte Rom erbaut. Zwischen dem Fluß und den Hügeln liegt die Ebene, der antike Campus Martius. Hier breitet sich die eigentliche Stadt aus.

Eine lange Zeit gehörten der Pincino ( 50m ), nördlich vom Quirinal und die Höhen am rechten Tiberufer, Vaticanus ( 60m ) und Ianiculum ( 84m ) nicht zur Stadt. Dagegen war das Trastevere am linken Tiberufer bereits zur Zeit des Kaisers Augustus dicht besiedelt.

Die  Aurelianische Mauer, eine ca. 19km lange Backsteinmauer mit Toren und Türmen umschloß das Rom der Kaiserzeit. Sie wurde von Kaiser Aurelian in den Jahren 272 - 278 n. Chr. als Ring um die Stadt errichtet, der sich ein halbes Jahrtausend kein Feind mehr genähert hatte. Im 5 Jh. wurde sie restauriert und teilweise begehbar gemacht und ist auch heute noch in weiten Teilen bestens erhalten.

Rom war anderthalb Jahrtausende lang der kulturelle Mittelpunkt Europas. Als Schauplatz wichtiger, geschichtlicher Ereignisse Mittelpunkt des Römischen Reiches, Sitz der Päpste, und bereits zu Anfang dieses Jahrtausends eine Millionenstadt, war Rom die erste Weltstadt aus heutiger Sicht.

Dann, nach der Völkerwanderung und den häufigen Eroberungen Roms, waren es im 14. Jh. nur noch 20 000 Einwohner. Im 16. Jh. nur ca. 55 000. Erst im 19. Jh. stieg die Bevölkerungszahl wieder auf über 100 000, und nach den beiden Weltkriegen dieses Jahrhunderts wuchs diese Zahl auf inzwischen fast 3 Millionen an.

Der Sage nach wurde Rom 753 v. Chr. von den Zwillingen Romulus und Remus gegründet. Es ist allerdings davon auszugehen, daß es auch schon vorher als eine wichtige Siedlung der Latiner von Bedeutung war. Der älteste Teil der Stadt liegt auf  Palatin und Quirinal. Dazwischen erstreckt sich das Forum.

387 v. Chr. wurde Rom von den Galliern zerstört. Danach aber begann der Aufstieg der Stadt, sie wurde Hauptstadt des Römischen Reiches. Profanbauten und Tempel wurden errichtet, im Jahr 312 wurde die erste gepflasterte Landstraße, Via Appia und die erste Wasserleitung,  Aqua Appia, angelegt. Größte Errungenschaft der Römischen Baukunst war der Gewölbebau. Er bestand aus Steinbrocken, die mit Mörtel verbunden wurden. 27 v. Chr. - 14 n. Chr., ließ Augustus den Campus Martius bebauen, nach dem großen Feuer unter Nero ( 54 - 68 ), wurden große Teile Roms zerstört und wieder aufgebaut. Den Höhepunkt der damaligen Entwicklung erreichte Rom im 2. Jh. n. Chr.

Im Mittelalter war die Bedeutung Roms durch das Christentum bestimmt, das sich hier seit dem 1. Jh. entwickelt hatte. Diese Weltreligion wurde in ihren Anfängen hart verfolgt, insbesondere im 3. Jh. und zuletzt von Kaiser Diokletian im Jahre 303.  313 wurde die freie Religionsausübung von Kaiser Konstantin dem Großen gewährt, 408 erließ Kaiser Honorius ein Gesetzt, das den heidnischen Kult verbot. Bei der nachfolgenden Zerstörung der alten Tempel wurde das Material zum Bau der Christlichen Basiliken verwendet, sogar ganze Tempel wurden dieser neuen Nutzung zugeführt.

Eine besondere Verehrung genoß die Kirche San Sebastiano, erbaut über den Katakomben der Via Appia und Santa Croce in Gerusalemme. Beide gehören auch heute noch zu den großen Pilgerkirchen Roms.

Als Kaiser Konstantin 330 n. Chr. die kaiserliche Residenz nach Byzanz und Mailand verlegte, verlor Rom seine politische Bedeutung. In der Römischen Campagna die verödete, breitete sich Malaria aus. Rom wurde während der Völkerwanderung zuerst durch die Goten unter Alarich, dann durch die Vandalen unter Geiserich mehrfach erobert und geplündert.

Allein die Bedeutung als Hauptstadt der Christenheit bewahrte Rom vor dem völligen Verfall.

Das Papsttum war jetzt die höchste, geistliche Macht des Abendlandes. Insbesondere die Päpste Leo der Große8 5.Jh. ) und Gregor der Große ( 6. und 7. Jh. ) festigten diese Macht. Daß die Päpste auch die weltliche Herrschaft über Rom erlangten, kam durch Schenkungen des Langobardenkönigs Luitprand ( 727 ) und des Frankenkönigs Pippin ( 755 ). Hierdurch entwickelte sich der Kirchenstaat. Weihnachten 800 krönte dann Leo III Karl den Großen zum Kaiser, was das Römische Reich noch über ein Jahrtausend, wenigstens dem Namen nach noch aufrecht hielt.

Kaisertum und Papsttum lieferten sich in den folgenden Jahrhunderten schwere Kämpfe, was die Bevölkerungszahl immer weiter sinken ließ. Dies gipfelte im Exil der Päpste in Avignon

( 1309 - 1377 ). Cola di Rienzo versuchte in dieser Zeit eine Republik nach altem Muster zu errichten.

Die Renaissance erneuerte und verjüngte Kunst und Wissenschaft in Italien. Auch der päpstliche Hof und die Stadt erlebten dadurch einen neuen Aufschwung, denn bereits im

15. Jh. wurden toskanische Bildhauer, Maler und Architekten nach Rom geholt.

Unter den  Päpsten Julius II ( 1503 - 1513 ) und Leo X ( 1513 - 1521 ), die Künstler  wie Michelangelo, Bramante, Raffael und Leonardo da Vinci , Architekten wie z.B. Antonio da Sangallo d. J.an den päpstlichen Hof holten entwickelte sich Rom zum wichtigsten Zentrum der Hochrenaissance.

1527 erlitt Rom das „ Sacco di Roma“, die Plünderung und  Besetzung der Stadt durch die Truppen Karls V. Die meisten Künstler verließen Rom, das sich nur langsam wieder erholte.

Doch schon 1546 wurde der Palazzo Farnese von Michelangelo erbaut. Dieses Gebäude erlangte durch die Gestaltuing seines Grundrisses eine besondere Bedeutung für den Bau barocker Paläste und Schlösser. Unter Papst Sixtus V ( 1585 - 1590 ) entwickelte sich langsam der üppige und bewegte Baustil des Barock, der seinen Höhepunkt im 17. Jh. haben sollte.

Neben prachtvollen Kirchen wurden von den berühmten Baumeistern der damaligen Zeit auch großartige Paläste geschaffen die das Bild der Altstadt von Rom noch heute bestimmen.

Antonio Canova ( 1757 - 1822 ), der berühmte Bildhauer, schuf in Rom die ersten monumentalen Skulpturen des Klassizismus.

Obwohl Rom im 18. und 19. Jh. das bevorzugte Reiseziel von Künstlern und kunstbegeisterten Laien war,  ging seine wirtschaftliche und künstlerische Bedeutung immer mehr zurück.

Neu belebt wurde die Stadt durch den Anschluss an das Königreich von Italien, der 1870 erfolgte. Rom wurde wieder Königsresidenz und Landeshauptstadt. Damals entstanden aufwendige Monumentalbauten wie die Banca d`Italia, der Justizpalast, das Finanzministerium und das Monumentaldenkmal am Kapitol.

In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts wurden durch einen Stadtbebauungsplan vor allem die überbevölkerten Armenviertel saniert. Antike Bauwerke wie die Trajanssäule, der Trajansmarkt, die Kaiserforen, Augustusmausoleum und Engelsburg wurden freigelegt und restauriert.

Ebenso wurden neue, große Straßenzüge angelegt. Der Corso del Rinascimento, die Engelsbrücke und die Via dei Fori Imperali wurden damals gebaut.

Öffentliche Parks und moderne Aussenviertel sowie die Universitätsstadt und der Hauptbahnhof entstanden.

1960 war Rom Schauplatz der Olympischen Sommerspiele. Hierfür wurden viele neue Sportstätten und das Olympische Dorf geschaffen.

1957 wurden die Verträge der Europäischen Atomgemeinschaft und der EWG in Rom unterzeichnet, im Jahr 1968 der „ Club of Rome“, ein Zusammschluß von Wissenschaftlern und Wirtschaftsführern aus mehr als 30 Ländern, gegründet.

Als 1993 Bombenanschläge in ganz Italien und auch in Rom Aufsehen erregten, wurden u.a. die Kirche San Giorgio di Velabro und die Lateransbasilika beschädigt.

 
counterkölhjklhjkl