| Viterbo
Provinz Viterbo/
Region Latium oder Lazio/ Höhe 327m über dem Meer/
Einwohner 58 000
Viterbo
liegt etwa 80km von Rom entfernt an den Monti Cimini und ist die Hauptstadt
der gleichnamigen Provinz.
Die Thermalquellen, die
etwas Nördlich der Stadt liegen wurden bereits von Etruskern und Römern
benutzt, im 8. Jh. n. Chr. wurde die kleine Stadt dem Papst geschenkt. Sie
erreichte im 11. Jh. eine gewisse Selbständigkeit und wurde 1192
Bischofssitz.
Nach Viterbo flüchteten
sich seit etwa 1146 mehrfach die Päpste und machten die Stadt von
1257 bis 1281 sogar zu
ihrer Residenz.
Eine sehr gut erhaltene
Stadtmauer umgibt auch heute noch den Ort dessen Mittelpunkt die
Piazza del Plebiscito ist. Hier steht der Palazzo dei Priori ( 13. Jh.)
mit der schönen Vorhalle aus dem 15. Jh. und einem hübschen Brunnen aus dem
17. Jh. Vom Hof des Palazzo bietet sich ein besonders schöner Blick über die
Stadt, im Inneren ist das Rathaus von Viterbo untergebracht
In der Nähe liegt die
Piazza della Morte mit dem Brunnen Fontana a Fuso. Von hier
aus erreicht man das pittoreske, mittelalterliche Stadtviertel San
Pellegrino mit seinen Treppen und Türmen.
Sehenswert ist auch die
Piazza San Lorenzo mit der Kathedrale San Lorenzo aus dem 11.
Jh.. Sie wurde anstelle einer etruskischen Akropolis errichtet.
Direkt neben der
Kathedrale liegt der Papstpalast aus dem 13. Jh. In seinem inneren
befindet sich eine Halle aus dem 13.Jh. in der mehrfach Papstwahlen
stattfanden.
Der Papstpalast ist
eines der bedeutendsten mittelalterlichen Gebäuden im Latium.
Geht man von der Piazza
del Plebiscito in südöstlicher Richtung weiter, so erreicht man über die
Via Cavour die Piazza Fontana Grande. Hier steht der
berühmteste Brunnen dieser an Brunnen so reichen Stadt, die Fontana Grande
aus dem 13. Jh. Sie hat die Form eines griechischen kreuzes.
Von hier aus kommt man
über die Via Garibaldi zur Porta Romana, einem der 7 Stadttore
von Viterbo. Direkt neben dem barocken Tor steht die lombardische Kirche
San Sisto. Mit ihrem Bau wurde im 9. Jh. begonnen, die Apsis entstand im
12. Jh.
Die ehemalige
Klosterkirche Santa Maria della Verita aus dem 12. Jh. liegt direkt an
der Stadtmauer. Sie wurde 1945 erneuert. Sehenswert sind die schönen Fresken
in der Capella Mazzatosta und der gotische Kreuzgang.
Im ehemaligen Kloster
befindet sich heute das Museo Civico mit einer interessanten
etruskischen Abteilung und einer guten Gemäldesammlung.
Im Nordosten der Stadt,
ebenfalls direkt an der Stadtmauer liegt die Kirche Santa Rosa. Sie
wurde im 19. Jh. neu erbaut und bewahrt die Mumie der hl. Rosa ( gest. 1261
). Seit 1664 wird am Abend des 2. September ein Bild der Heiligen von
der Porta Romana zur Kirche getragen. Es steht dabei auf einem 30m hohen
Turm.
Ganz in der Nähe von
Santa Rosa finden wir die Piazza San Francesco mit der gotischen
Kirche San Francesco. Hier sind mehrere Päpste beigesetzt worden.
Die Piazza San
Francesco geht in die Piazza della Rocca über, ein großer Platz mit
dem sehr schönen Brunnen, Fontana della Rocca und den Resten der
Burg, die im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde. Heute ist hier
das Archäologische Museum untergebracht.
Westlich der Rocca
kommt man durch die Porta Fiorentina aus dem 18. Jh. zum sehenswerten
Giardino Publico.
Der eindrucksvolle
Renaissancebau der Wallfahrtskirche Santa Maria della Querica (
1470-1525) liegt in La Querica, einem Vorort von Viterbo. Direkt
dabei ein Dominikanerkloster mit 2 sehenswerten Kreuzgängen und
Brunnen.
Sehenswert ist auch die
Umgebung der Stadt.
In Bagnia, etwa
5km von Viterbo entfernt, kann man die Villa Lante besichtigen. Sie
wurde im 15. und 16. Jh. als herzogliche Sommerresidenz erbaut, sehenswert
ist auch der hübsche Park mit Brunnen und Wasserspielen.
In Ferento, 8km
nördlich von Viterbo wird das instandgesetzte römische Theater auch
heute noch für Theateraufführungen genutzt.
Etwa 1km nach Bagni
di Viterbo, einem kleinen Thermalbad, kommt man zur berühmten
Schwefelquelle Bullicame. Dante erwähnte diese Stätte in seinem
„Inferno“.
Auf keinen Fall sollte
man einen Besuch in Bomarzo versäumen. diese kleine Stadt liegt etwa
23km nordöstlich von Viterbo oberhalb des Tibertales.
Das Rathaus der
malerischen Stadt ist im Schloß der Fürsten Orsini aus dem 16. Jh.
untergebracht, die größte Attraktion aber ist der Parco dei Mostri (
Park der ungeheuer) oder auch Sacro Bosco ( Heiliger Wald ) genannte
Park der in Terrassen am Hang des Berges angelegt wurde. Man stößt hier
zwischen Büschen und Bäumen immer wieder auf die Skulpturen von Fabelwesen,
Ungeheuern und allegorischen Figuren. Sie wurden im Stil des Manierismus im
16. Jh. geschaffen und aufgestellt.
Das sog. „ Schiefe
Haus“ im Park ist eine Allegorie auf Offenheit und Treue in einer Ehe.
Fürst Vicino Orsini ließ es nach dem Tod seiner Frau, Giulia Farnese
errichten.
Einen Besuch ist auch
Capralonga, 23km von Viterbo entfernt, wert. Hier sollte man die
Villa Farnese aus dem 16. Jh. besichtigen, ein eleganter, fünfeckiger
Bau mit einem runden Innenhof.
Im Inneren eine
graziöse Wendeltreppe und interessante Wandgemälde. |