| Lago Maggiore
Provinzen Varese
und Novara, Region Lombardei oder Lombardia und Piemonte oder Piemont/ Höhe
194 ü.d. Meer.
Die
Römer nannten ihn Lacus Verbanus, diesen See in Oberitalien, dessen
nördlichster, kleinerer Teil mit der Stadt Locarno zur Schweiz gehört. Er
ist etwa 65km lang, 2-4,5km breit und mit 212qkm und bis zu 370m Tiefe
der zweitgrößte See in Oberitalien.
Malerisch, ja lieblich
steht er in seiner Schönheit keinem anderen, vergleichbaren See nach. Die
größten Zuflüsse des Lago Maggiore sind Ticino, Maggia und Toce. Im Süden
verläßt der Ticino als größter Abfluß den See wieder. Sein Westufer gehört
zu Piemont, sein Ostufer zur Lombardei.
Bei mildem Klima weht
hier ab Mittag bis in den Abend von Süden die Inverna. Von Mitternacht bis
zum Morgen die nördliche Taramontana. Die Vegetation ist subtropisch. Es
gedeihen Oliven und Feigen. Auf den Borromäischen Inseln im See wachsen
Zitronen und Orangen, Korkeichen, Johannisbeerbäume und Sagopalmen.
Besonders schön ist
eine Fahrt mit dem Schiff auf dem See. Es werden verschieden Orte
angefahren. Den meisten Tourismus findet man in der Gegend von Locarno,
sowie bei Stresa und Pallanza, ebenso auf den beeindruckenden Borromäischen
Inseln.
Wir beginnen die Fahrt
um den Lago Maggiore in Verbania, einer Stadt, die aus den Ortsteilen
Intra und Pallanza besteht und wegen ihres milden Klimas sehr
beliebt ist.
In Pallanza
befindet sich das >Museo del Paesaggio mit Skulpturen und Gemälden aus dem
15.-20. Jh. Sehr beliebt ist ein Spaziergang auf der Uferstraße. Dort sind
auch der Kursaal und der sehr schöne Kurpark mit seiner beeindruckenden
Aussicht. Direkt am See steht das Grabdenkmal des Generals Cadorna (
1850-1920.) Er war Oberbefehlshaber der ital. Armee. Gegenüber die Kirche
San Leonardo, die im 16. Jh. erneuert wurde. Westlich davon der Palazzo di
Citta, das Rathaus sowie die Landebrücke von der aus man eine schöne Sicht
auf den Monte Mattarone sowie die Borromäischen Inseln hat.
Weiter in Richtung
Norden, am Monte Rosso steht die Kirche Madonna di Campagna. Eine
Kuppelkirche mit schönen Fresken.
Nördlich davon liegt
auf einem Hügel die kleine, romanische Kirche San Remigio aus dem 11.
Jh., an die sich der eindrucksvolle Park der Villa Taranto mit einer
Schiffsanlegestelle anschließt. Er ist von April bis Oktober geöffnet. Man
findet hier eine große Menge exotischer und seltener Pflanzen und botanische
Forschungslaboratorien.
Von dem
industriereichen Ortsteil Intra mit seiner hübschen Kirche San Vittore
führt eine Autofähre nach Laveno auf der anderen Seite des Sees. Über eine
Panoramastraße erreicht man nach ca 12km das Dorf Premeno, das als
Sommerfrische sehr beliebt ist. Ausserdem lohnt sich der Aufstieg auf den
Monte Zeda ( ca. 7 Std. ). Von seiner Höhe von 1157m hat man eine sehr
schöne Rundsicht.
13km nordöstlich von
Intra kommt man zu der Ortschaft Cannero Riviera. Hier ist das Klima
am mildesten, Zitrusbäume können im Freien überwintern und der Ort liegt
ganz bezaubernd in Wein- und Obstgärten eingebettet.
Weiter nördlich an der
Küstenstraße ragen auf Felsen die Ruinen der Burgen Castelli di
Cannero empor. Sie wurden im 16. Jh. errichtet.
Danach kommt man nach
Cannobio einem malerischen Örtchen mit einem sehenswerten Palazzo aus
dem 13. Jh. und einer schönen Renaissancekirche.
Nach Locarno ist
Stresa, ebenfalls am Westufer des Sees gelegen, der bekannteste Kurort
am Lago Maggiore. In der heißen Jahreszeit werden die kühlenden Winde die
dort auftreten als sehr angenehm empfunden.on der Uferpromenade, dem
touristischen Zentrum von Stresa hat man einen herrlichen Blick auf den See
und die Inseln. Hier liegen auch die meisten, großen Hotels.
Von Stresa aus erreicht
man über Ginese den Gipfel des Monte Mottarone (1490m). Diese Straße
ist mautpflichtig. Der Berg bietet einen Rundblick auf die Alpen vom Monte
Viso bis zum Ortler.
Man sollte es in Stresa
nicht versäumen, eine Bootsfahrt zu den Borromäischen Inseln zu machen. Als
erstes erreicht man die vielbesungene Isola Bella. Im 17.Jh. ließ
dort ein Graf Borromeo fruchtbare Erde heranschaffen und legte eine
prachtvolle Sommerresidenz an. Das Schloß blieb unvollendet, jedoch gibt es
prächtige Festsäle, eine Galerie mit flämischen Wandteppichen aus dem 17.
Jh., sowie zahlreiche Gemälde.
Der Garten ist im
italienischen Stil angelegt und steigt in 10 Terrassen den Berg hoch. Hier,
kann man die ganze
Pracht von Orangen, Zitronen, Magnolien, Kirschlorbeer, Zedern, Korkeichen,
Oleander, Kamelien und Sagopalmen erleben.
500m von der Isola
Bella entfernt liegt die Isola del Pescatori auf der sich ein sehr
hübsches Fischerdorf befindet. Weiter fährt man zur Isola Madre, sie
ist ebenfalls im Besitz der Familie Borromeo und mit einem herrlichen Park
und einem schönen, allerdings unbewohnten Palais ausgestattet.
Ca 3km von Stresa
entfernt in Richtung Nordwesten liegt der Kurort Baveno mit einer
hübschen Pfarrkirche und einer sehr schönen Uferpromenade.
14km südlich von Stresa
kommt man nach Meina, hier ist in einer prachtvollen Villa ein
sehenswertes Museum untergrbracht. Südlich davon steht auf einer Anhöhe ein
Standbild des hl. Karl Borromäus. Er war im 16.Jh. Kardinal-Erzbischof von
Mailand. Am Ostufer, diesem Standbild gegenüber, liegt die Rocca Borromeo,
eine alte Viscontiburg in der sich ein Puppenmuseum befindet. Nahe dabei der
Ort Angera.
Eine schöne Fahrt führt
von Verbania 45km nordwestlich am Lago di Mergozzo entlang und
durch das Tal des Toce aufwärts nach Domodossola. Dieses besitzt
einen malerischen Marktplatz und eine sehenswerte, dreischiffige Kirche an
deren Vorbau sich Fresken aus dem 15. Jh. befinden.
Auf halbem Weg kann man
abbiegen und durch das Anzasca-Tal in dem sich alte
Goldbergwerke befinden nach Macugnaga, einem schönen Urlaubsort
am Fuße des Monte Rosa fahren. |