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Turin/ Torino
Region Piemont/ Provinz Turin/Torino/ Höhe 230m über dem Meer/ Einwohner 1
035 000
Turin ist die Hauptstadt der Provinz gleichen Namens im Piemont. Sie
liegt in der Po-Ebene.
Als keltisch-ligurische Siedlung, damals noch Taurasia genannt, kam Turin
unter Kaiser Augustus unter Römische Herrschaft.. Die Römer nannten die
Stadt Augusta Taurinorium und gaben ihr den auch heute noch gut
sichtbaren, regelmäßigen Grundaufbau.
Geprägt wurde das Stadtbild von Turin in der Zeit des Barock von den
beiden berühmten Architekten Guarini und Juvarra.
In Fränkischen Zeit Sitz eines Markgrafen, erblühte die Stadt im 15. Jh.
unter der Herrschaft der Savoyer. Die Geschichte von Turin ist
wechselvoll. So wurde es im Spanischen Erbfolgekrieg von den Franzosen
belagert und 1706 von Prinz Eugen von Savoyen befreit. 1720 war Turin die
Hauptstadt des Königreiches Sardinien-Piemont, wurde dann von Napoleon
erobert, entwickelte sich nach der Befreiung ab 1814 zu einem wichtigen
Knotenpunkt der Italienischen Einheitskämpfe. 1861-1865 war Turin dann die
Hauptstadt des Königreiches Italien.
Heute ist Turin in erster Linie eine Industriemetropole. Die Fiat-Werke,
Woll-und Baumwollspinnereien, Kunstseidenindustrie, die Firmen Cinzano und
Martini&Rossi, sowie
Fabrikation von Süßigkeiten tragen zum Wohlstand der Metropole bei.
Hauptschlagader der Innenstadt ist die beeindruckende Via Roma mit
modernen Fassaden und Bogengängen. Sie führt über die Piazza San Carlo,
vorbei an den Kirchen San Carlo und Santa Cristina ( beide zur Zeit des
Barock erbaut), zum Hauptbahnhof der Stadt.
Danach ist es nicht mehr weit zur Galleria d´Arte Moderna in der Via
Magenta 31 in der beeindruckende Beispiele moderner, italienischer Malerei
gezeigt werden.
Zweifellos ist aber für den Touristen die Altstadt am reizvollsten. Ihr
Zentrum ist die Piazza Castello in deren Mitte der wuchtige Palazzo Madama
steht. Er wurde auf den Resten des alten, römischen Osttores im 13. Jh.
erbaut, im 15. Jh. ausgebaut und zu Beginn des 18. Jh. mit einer
prachtvollen Westfassade versehen.
Hier sind mehrere Museen untergebracht. Das Städtische Museum für alte
Kunst zeigt beeindruckende Exponate wie das Stundenbuch des Herzogs von
Berry, prachtvolle Tafelbilder, sowie Plastiken aus Holz und Stein.
Keineswegs sollte man sich die kostbar ausgestatteten Prunkräume im 1.
Stock entgehen lassen.
Direkt an der Piazza Castello liegt der Hof des Stadtschlosses Palazzo
Reale. Es wurde im 17. Jh. errichtet und birgt in seinem Inneren
prachtvoll ausgestattete Prunkräume wie das Appartemento di Madama
Felicita´.
In einem Seitenflügel ist die Präfektur untergebracht, von dort hat man
Zugang zur Rüstkammer mit einer der interessantesten Waffensammlungen der
alten Welt. So wird u.a. die Feldrüstung des Prinzen Eugen gezeigt.
Ebenfalls auf der Piazza Castello ist die Barockkirche San Lorenzo zu
besichtigen. Sie wurde im 17. Jh. von Guarini erbaut und besticht durch
ihre schwungvolle Kuppel.
Hinter dem Schloss beginnen die königlichen Gärten an deren Rande sich das
Museo di Antichita befindet. Hier sind interessante archäologische
Fundstücke zu besichtigen.
Gegenüber vom Schloss erhebt sich die Kathedrale San Giovanni Battista.
Sie wurde im 15. Jh. erbaut, der Campanile aber erst um 1720 fertig
gestellt.
Hier, über dem Hochaltar, wird das berühmte Turiner Grabtuch, das „Santa
Sidone“ aufbewahrt, in das nach der Legende Christus gehüllt wurde nachdem
man ihn vom Kreuze abgenommen hatte. Inzwischen bewies eine
wissenschaftliche Untersuchung allerdings, dass das Leinen des Tuches aus
dem Mittelalter stammt. Nichtsdestotrotz wird das Grabtuch bei sehr
feierlichen Gelegenheiten gezeigt, ansonsten kann man eine Reproduktion in
gleicher Größe besichtigen.
Neben der Kathedrale sind noch Überreste eines römischen Theaters und ein
Stück weiter die Porta Palatina, das nördliche Stadttor, beide aus dem 1.
Jh. nach Christus, erhalten geblieben.
Im Palazzo Chiablese, südlich der Kathedrale befindet sich heute das
Filmmuseum der Stadt.
Interessant ist auch ein Besuch im Palazzo Carignano aus dem 17. Jh. Hier
war Sitz des sardischen und danach des Italienischen Parlamentes. Und hier
wurde auch 1861 das Königreich Italien ausgerufen. Im Museo Nazionale del
Risorgimento Italiano im gleichen Hause werden Exponate aus diesen Zeiten
aufbewahrt.
Ganz in der Nähe des Palazzo Carignano kommen wir zu dem hochinteressanten
Palazzo dell´Academia della Scienze, ebenfalls erbaut im 17. Jh.
Ursprünglich ein Jesuitenkolleg wurde er bereits 1758 der Akademie der
Wissenschaften übergeben. Er beherbergt viele außergewöhnliche Sammlungen
und Ausstellungen wie das Ägyptische Museum mit Königsstatuen, Grabkammern
aus Theben und dem Königspapyrus
Die ganz außerordentlich interessante Gemäldesammlung Galleria Sabauda ist
ebenfalls im Palazzo untergebracht. Sie besticht durch die Vielzahl der
Gemälde von Künstlern wie Mantegna, Ferrari, Reni, Veronese und Tiepolo,
um nur einige zu nennen. Auch die Sammlung niederländischer Gemälde mit
Werken von van Dyk, van Eyck, Rogier van der Weyden und Rembrandt ist
unbedingt sehenswert.
Neben der Akademie der Wissenschaften wurde in der Via Maria Vitoria im
17. Jh. die Kirche San Filippo Neri erbaut. Im 18. Jh. wurde sie erneuert,
die Vorhalle stammt von 1835.
Weiter auf der Via Maria Vittoria kommt man zum Marmordenkmal des
Freiheitshelden Cavour und der 1718 erbauten Kirche Santa Croce.
Vom Schlossplatz führt die Via P. Micca zur Piazza Solferino. Geht man auf
der Via Cernaia weiter, kommt man zur ehemaligen Zitadelle die im 19. Jh.
weitgehend abgerissen wurde. Im erhaltenen Eingangstor hat man ein
Artilleriemuseum eingerichtet in dem Waffen der verschiedensten Epochen
gezeigt werden.
Auch die sehenswerte Kirche Sani Martiri, ein imponierender Bau aus dem
16. Jh. steht nahe der Piazza Solferino. Sie grenzt an die Via Garibaldi,
die ein Teil der alten römischen Hauptstraße der Decumanus ist. Sehenswert
ist hier auch das schöne Rathaus aus dem 17. Jh..
Nach weiteren 500m kommt man zur Wallfahrtskirche Santuario della
Consolata. Hier war bereits im 4. Jh. ein Platz der Marienverehrung. Die
heutige Kirche, erbaut 1624-1683 und zu Beginn des 19. Jh. umgebaut ist
ein weiteres Bauwerk des genialen Architekten der Barockzeit, Guarini. Der
reizvolle Campanile der Kirche stammt noch aus dem 11. Jh.
Direkt am Po, gleich hinter der Ponte Umberto I, die ans rechte Ufer
führt, liegt der große Parco del Valentino dessen Botanischer Garten immer
einen Besuch wert ist.
Hier, umgeben von Natur, erhebt sich das prächtige Renaissanceschloss
Castello del Valentino. Im früheren Jahren einer der Mittelpunkte der
feinen Turiner Gesells chaft, wurde es prächtigst ausgestattet.
Erwähnenswert sind die Fresken und Stukkaturarbeiten im Festsaal.
Beeindruckend ist auch das Reiterdenkmal von Amadeus von Aosta, der
1870-1873 König von Spanien war.
Ganz am südlichen Ende des Parks kommt man zum Palazzo di Torino
Esposizione aus der Mitte des 20. Jh.. Hier werden seit Jahren
Automobilausstellungen veranstaltet.
Ebenfalls direkt am Po liegen Borgo und Castello Mediovale, die sehr
gelungene Nachbildung eines Mittelalterlichen Ortes mit Burg.
Geht man auf dem Corso dell Unita`Italia weiter, kommt man zum
sehenswerten Automobilmuseum, das 1960 eingerichtet wurde.
Ganz im Süden von Turin, im Vorort Lingotto steht das Stammhaus der
Fiat-Werke.
Interessant ist auch der am rechten Po-Ufer gelegene Teil Turins. Man
erreicht ihn z.B. über die Ponte Vittorio Emanuele I. Dort erhebt sich die
Kirche Gran Madre de Dio, sie wurde um 1820 als Dankeskirche für die
Rückkehr von Viktor Emanuel I nach der Napoleonischen Okkupation, erbaut.
Von hier geht man zum Corso Monvcalieri, dann links durch die Via
Maresciallo Giardino zum Monte del Cappuccini, einem Hügel mit Bewaldung
der sich etwa 45 m über den Fluss erhebt.
An seiner höchsten Stelle liegt ein 1583 erbaute Kapuzinerkloster und die
Kirche Santa Maria del Monte, sowie das sehr interessante Museo Nazionale
della Montagna Duca degli Abruzzi mit interessanten Exponaten und einer
herrlichen Aussicht auf Turin und die Alpen.
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