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Florenz
Provinz Firenze
oder Florenz/ Region Toscana/ Höhe 50m ü.d. Meer/ Einwohner 436 000
Vorbemerkung:
Die
Stadt Florenz ist so übervoll an Sehenswertem, an Denkmälern, Kirchen,
Kunstschätzen und Museen, dass wir jedem Besucher dringend
empfehlen, sich einen guten Reise - und Kunstführer für diese Stadt zu
suchen. Hier können wir für Sie nicht mehr tun, als stichwortartig auf die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten einzugehen, alles Weitere würde den Rahmen
sprengen.
Als Hauptstadt der
Toscana ist Florenz Sitz einer staatlichen Universität und eines Erzbischofs
und erstreckt sich zu beiden Seiten
des Flusses Arno am Beginn des Apennin. Florenz war ab dem Mittelalter bis
in die Neuzeit das geistige und künstlerische Zentrum Italiens.
Etruskischen Ursprungs
von den Römern dann Florentia genannt, beginnt der Aufstieg der Stadt etwa
im 13. Jh.. Ab diesem Zeitpunkt kann man beobachten, wie Florenz durch den
Fleiß seiner Bürger und das Geschick seiner Führung zu einer der wichtigsten
Städte Italiens aufstieg. Allerdings schwächten die Kriege zwischen
den Päpsten und den staufischen Kaisern die Stadt, da sich die beiden
führenden Adelsgeschlechte die Guelfen und die Ghibellinen, beide standen
auf unterschiedlichen Seiten, unnachgiebig und heftig bekämpften. Das ging
so lange bis die Bürger der Stadt, die in Zünften zusammengeschlossen waren,
die 8 Führer dieser Vereinigungen als Signoria an die Macht brachten.
Ein bedeutender
Abschnitt in der Geschichte von Florenz begann 1434 durch den Aufstieg der
reichen Kaufmannsfamilie Medici. Sie machte Florenz zu einem Zentrum der
Kunst und Wissenschaft und erlangte so für sich selbst und die Stadt große
Macht. Als sie 1494 durch das Betreiben des fanatischen und charismatischen
Predigers Savonarola vertrieben wurden, war es auch ihrem Einfluß
zuzuschreiben, daß Savonarola 1498 auf dem Scheiterhaufen starb.
Nachdem die Medici 1512 von spanischen Truppen wieder an die Macht gebracht
wurden, dauerte ihre Herrschaft nicht lange. Bereits 1527 wurden sie wieder
vertrieben. Durch Karl V wurde Alessandro de`Medici nach der Einnahme der
Stadt dann 1530 als Herzog eingesetzt, 1569 wurde die Familie Medici zu
Großherzögen der Toscana ernannt.
Zwei Töchter dieser
glanzvollen Familie heirateten französische Könige. 1737 starben die Medici
aus.
Dann wurde das Land
Reichslehen des Hauses Lothringen das bis 1860 hier herrschte. Danach schloß
sich die Toscana dem vereinten italienischen Reich an und Florenz wurde die
zeitweilige Hauptstadt des Königreiches was neuen Aufschwung brachte.
Den zweiten Weltkrieg
überstand Florenz nahezu unversehrt wenn man von einigen Sprengungen
absieht, nahm aber schweren Schaden als 1966 eine Flutkatastrophe über die
Stadt hereinbrach die auch vielen Menschen das Leben kostete.
Große Söhne der Stadt
waren u. a. die Dichter Dante Aligheri (1265-1321), sowie Giovanni Boccaccio
(1313 - 1375 ) und Francesco Petrarca (1304 - 1374).
Hervorragende
Baumeister wie Arnolfo di Gambio der 1302 starb, Filippo Brunschelli (1377 -
1446) und Battista Alberti ( 1404 - 1472), prägten das Bild der Stadt.
Bildhauer wie Lorenzo Ghiberti (1378 - 1465). Della Robbia (1400 -
1482), Verrocchio (1436 - 1488) schufen hier beeindruckende Werke.
Von den unzähligen
bedeutenden Malern, die in Florenz wirkten, sind insbesondere Ghiotto (1266
- 1337), Masaccio (1401 - 1482), Fra Angelico di Fiesole (1387 - 1455),
Botticelli ( 1444 - 1510 ), Filippo Lippi ( 1459 - 1504 ) und di Credi
( 1459 - 1537 ) zu erwähnen. Die drei wohl größten Vertreter der
italienischen Kunst Leonardo da Vinci, Michelangelo Buanaroti und Raffael
erhielten hier ihre Ausbildung. Im Jahr 1506 wirkten alle drei zusammen in
Florenz. Noch zu erwähnen ist der unvergleichliche Bildhauer und Goldschmied
Benvenuto Cellini (1500 - 1571) der lange Zeit in Florenz wirkte.
La Bella nennen die
Florentiner ihre Stadt und das ist verständlich, wenn man sich dort umsieht.
Die Piazza della
Signoria,. umstanden von den prächtigsten Bauten, geschmückt mit
einmaligen Brunnen und Denkmälern, ist zweifellos auch heute noch einer der
Mittelpunkte von Florenz. Beeindruckend der Palazzo Vecchio vor
dessen Eingang eine Kopie des „David“ von Michelangelo steht.
Das Original befindet sich in der Galleria dell`Accademica. An einer
Ecke des Palastes befindet sich der Neptunsbrunnen ( Fontana del Nettuno)
aus dem 16. Jh. Eine Steinplatte erinnert daran, daß hier Savonarola
verbrannt wurde.
Im vorderen Hof des
Gebäudes, er wurde 1454 erneuert, finden wir die Kopie von Verrocchios
„Knaben mit dem Fisch“, das Original befindet sich im 2. Stock des
Palazzo.
Im ersten Stock der
„Saal der fünfhundert“ ( Salone die Cinquecento ) hier beeindruckt
die Marmorgruppe „ Sieg der Tugend über das Laster“, die um 1520 von
Michelangelo geschaffen wurde.
Hier und im zweiten
Stockwerk befinden sich auch die Prachträume (Quatieri Monumentali).
Neben dem Palazzo
Vecchio steht die Loggia dei Lanzi, erbaut 1376 -1382. Sie hieß
ursprünglich Loggia dei Singori. Hier in dieser offenen Halle mit den
ausladenden Kreuzgewölben wurden Ansprachen an die Bevölkerung gehalten. In
ihrem Inneren sind eindrucksvolle Skulpturen von verschiedenen Florentiner
Meistern zu bewundern.
Direkt südlich von der
Loggia dei Lanzi und dem Palazzo Vecchio erstreckt sich bis zum Ufer des
Arno der 1560 - 1574 erbaute Palazzo degli Uffizi. Dort
befindet sich eine der berühmtesten Kunstgalerien der Welt, die Uffizien.
Begründet von den Medici wurde sie im Laufe der Jahrhunderte zur
bedeutendsten Gemäldesammlung Italiens. Sie umfaßt einen Bestand von mehr
als 4000 Gemälden aller wichtigen Meister Italiens, sowie herausragende
Gemälde altdeutscher und niederländischer Meister. Hinzu kommen Sammlungen
von antiken Teppichen, alten Skulpturen, Waffen und Schmuckstücken,
archäologische Funde und wissenschaftliche Instrumente.
Ebenfalls an der Piazza
della Signoria befindet sich die ehem. Handelskammer ein Bau von 1359, sowie
der Palazzo Uguccioni aus dem 16. Jh., sowie der Palazzo Fenzi, der erbaut
im 19.Jh., eine Nachbildung florentinischer Paläste darstellt.
Wenn man von der Piazza
nordwärts geht, gelangt man durch die Via de`Calzaiuoli ( Straße der
Strumpfwirker) zum Domplatz. Bei der Einmündung der Via de`Lamberti steht
die Kirche Orsanmichele die 1284-1291 als Kornbörse errichtet und
1337-1404 erneuert wurde.Die ist ein eindrucksvoller, Bau mit 3 Geschossen,
seine Fassade wurde mit Bildwerken von Verrocchio, Ghiberti und Donatello
geschmückt, was die kunstgeschichtlich besonders bedeutsam macht.
Nah bei der Piazza
della Signoria befindet sich die Piazza San Firence mit dem
Bargello genannten wuchtigen Palazzo del Podesta. Hier war lange
das Gefängnis sowie der Sitz des Polizeihauptmanns ( Bargello). Seit 1865
befindet sich hier das Museo Nazionale di Bargello, das eine
besonders beachtliche Sammlung Florentiner Renaissanceplastiken, sowie
Sammlungen der italienischen Kunst- und Kulturgeschichte enthält. Der
Innenhof besticht durch eine schöne Freitreppe und vermittelt durch seine
Pfeilerhallen und den Wappenschmuck an den Wänden das eindrucksvolle Bild
eines mittelalterlichen Burghofes.
Von hier gelangt man in
der Via Dante Alighieri zu den Häusern Aligheri. In einem von ihnen
soll Dante geboren worden sein und im Haus Nr. 4 befindet sich ein Dante
- Museum.
An die Piazza del
Duomo mit Dom und Campanile sowie dem Bethaus der Misericordia,
schließt sich die Piazza San Giovanni an auf der wir das
Baptisterium ( Battistero San Giovanni ), erbaut im 11.-13. Jh.,sowie
die wunderschöne gotische Loggia del Bigallo aus dem 14. Jh.
erblicken.
Mit dem Bau des
Florentiner Domes ( Cattedrale di Santa Maria del Fiore) wurde im Jahre
1296 im Stil der Gotik von Arnolfo di Gambio begonnen. 1357 führte der
Baumeister Franceso Talenti den Bau weiter der 1436 geweiht wurde.
Sowohl aussen als innen
mit buntem Marmor verkleidet ist der Bau 169m lang und an seiner breitesten
Stelle 104m. Die Höhe der Kuppel beträgt einschließlich der Laterne 107m.
Die Kuppel kann bestiegen werden, ein sehr lohnender Ausflug da man dort den
beeindruckenden Fresko das „ Jüngste Gericht“ von Vasari, geschaffen 1572 -
1579, besichtigen kann. Auch ist die Aussicht von dort eine der schönsten in
Florenz.
Unter dem Dom ist die
1956 ausgegrabene Kathedrale Santa Reparata aus dem 4.-5. Jh. zu
besichtigen.
Der Campanile,
ebenfalls mit buntem Marmor verkleidet, wurde von 1334 bis 1384 erbaut. Er
gilt als einer der schönsten in Italien. Die Skulpturen stammen von
Donatello sowie von Pisano und della Robbia.
Nahe beim Chor des
Domes befindet sich im Haus Nr. 9 der Eingang zum Dommuseum wo
Kunstwerke aus Baptisterium und Dom ausgestellt werden.
Das Baptisterium
steht in der Mitte der Piazza San Giovanni. Es wurde als achteckiger
Kuppelbau in frühchristlicher Zeit über den Resten römischer Gebäude
errichtet und im 11. - 13 Jh. bei der Erneuerung innen und außen mit buntem
Marmor verkleidet. Seine schweren Bronzetüren, von Pisano und Ghiberti,
geschaffen zwischen 1330 und 1452, sind weithin berühmt, im Inneren sollte
man die eindrucksvollen Mosaiken Florentinischer Künstler des 13. Jh..in der
Kuppel besichtigen.
In südöstlicher
Richtung vom Domplatz, zweigt die Via del Proconsolo ab. Hier finden wir
zwei besonders schöne Palazzi, den Palazzo Nonfinito von 1592, er
blieb unvollendet, daher der Name und den Palazzo dei Pazzi von 1470.
Im Palazzo Nonfinito befindet sich seit dem 19. Jh. das Völkerkundemuseum.
Straßen, Plätze und Häuser in Florenz.
Der Palazzo
Davanzati aus dem 14. Jh., gelegen in der Via Davanzati, enthält
ein Museum, das ein interessantes Bild über das Leben im mittelalterlichen
Florenz vermittelt.
Der Verkehrsmittelpunkt
ist zweifellos die Piazza della Republica, die vor allem abends sehr
belebt ist. Von hier kommt man über die Via Calimala zum Mercato Nuovo,
einem hallenbau aus dem 16. Jh., wo heute Kunsthandwerk verkauft wird.
In der westlichen
Altstadt befindet sich die Via de`Tornabuoni mit prächtigen Palazzi
und eleganten Läden. Insbesondere ist hier der Palazzo Strozzi zu
erwähnen in dem heute wechselnde Kunstausstellungen stattfinden.. Er wurde
von 1489 - 1538 im prächtigsten florentinischen Stil erbaut, die Fassade
geschmückt mit Fackelhaltern, Ringen und kunstvollen Ecklaternen und hat
einen sehr schönen Innenhof.
Westlich vom Palazzo
Strozzi gelangt man über die Via della Vigna Nuova zum Palazzo
Rucellai aus dem 15. Jh.. in dem sich ein Museum zur Geschichte der
Fotografie befindet..
Nahe dabei steht die
ehemalige Kirche San Pancrazio in der sich heute ein Museum für Werke
von Marion Marini befindet.
Am Ufer des Arno liegt
der Palazzo Spini - Ferroni, 1289 erbaut und 1874 restauriert, ein
großer und beeindruckender mittelalterlicher Palast.
Ihm gegenüber, in der
Via de`Tornabuoni steht die Kirche Santa Trinita`, eine der ältesten
gotischen Kirchen Italiens. Sie wurde in der Zeit zwischen dem 13. Und 15.
Jh. erneuert. Die Fassade stammt von 1593.
Hinter Santa Trinita
finden wir zwischen dem Arno und der Via del Parione den
Palazzo Corsini aus dem 17. Jh.. Er enthält eine bedeutende
Kunstsammlung .
Auf der Piazza di
Santa Maria Novella steht die Loggia di San Paolo aus dem 15. Jh.
Hier wurden früher Wagenrennen abgehalten, was man heute noch an 2 Obelisken
erkennen kann, die einstmals Start und Ziel markierten.
Eine der schönsten
Promenadenstraße von Florenz ist die Viale die Colli. Sie wurde 1868
angelegt und erstreckt sich über mehr als 6km und bietet wunderschöne
Ausblicke.
Sie führt in Windungen
bergauf bis zur Piazzale Michelangelo wo man von einer großen Terasse
einen sehr schönen Ausblick über Florenz hat.
Oberhalb dieses Platzes
liegt die Klosterkirche San Miniato al Monte die mit ihrer kostbaren
Marmorfassade im toskanisch - romanischen Stil im 11. Und 12. Jh. erbaut
wurde. In der Krypta und in der Apsis finden sich sehr schöne Fresken und
Mosaiken.
Die von Michelangelo
aangelegte Festung schließt sich unmittelbar an die Kirche an. Heute
ist sie ein Kloster mit einem 1839 angelegten Friedhof. Auch von dort hat
man eine sehr schöne Aussicht.
Einen besonders
angenehmen Spaziergang verspricht der große Park Le Cascine, der Name
kommt von den Landgütern der Medici und Lorena, der sich westlich der Ponte
Veccio entlang dem Ufer des Arno erstreckt. Hier befindet sich auch ein
Schwimmbad sowie eine Rad-und Pferderennbahn.
Kirchen, Klöster und Kapellen.
Die
Dominikanerkirche Santa Maria Novella befindet sich auf dem
gleichnamigen Platz. Sie wurde 1278 - 1350 im Stil der Gotik erbaut und
verfügt über eine kostbare Marmorfassade sowie ein Portal aus der
Renaissance. Im Chor sind Fresken von Ghirlandaio zu besichtigen. Sie
gelten als sein Hauptwerk.
Daneben befindet sich
das Museo di Santa Maria Novella, das ehemalige Kloster mit dem
berühmten „Grünen Kreuzgang“, der 1430 von Paolo Uccello nur in
verschiedenen Grüntönen ausgemalt wurde. Zu besichtigen ist ebenfalls der
ehem. Kapitelsaal, der Cappelone degli Spagnoli.
Nordwestlich davon
liegt die Stazione Centrale, der Hauptbahnhof von Florenz.
Südwestlich der Piazza
di Santa Maria Novella steht an der Piazza Ognissanti die
Heiliggeistkirche. Sie ist eine der ersten Barockkirchen von Florenz und
enthält Fresken von Botticelli und Ghirlandaio.
An der Ostseite der
Kirche Santa Maria Novella zweigt die Via del Melaranico ab, die zur
Kirche San Lorenzo führt. Sie ist die älteste Kirche in Florenz und
wurde 393 vom hl. Ambrosio geweiht. Nachdem sie im 11. Jh. im Stil der
Romanik erneuert wurde, wurde sie seit 1421 in der Form einer Säulenbasilika
nach altchristlichem Vorbild neu errichtet. Die Fassadeninnenwand stammt von
Michelangelo.
Das Kreuzschiff, 1420 -
1428 von Brunelleschi erbaut, mündet in die Alte Sakristei, die von
Donatello ausgeschmückt wurde. Der links an die Kirche anschließende
Kreuzgang besticht durch eine doppelte Säulenhalle von dem eine Treppe zur
Biblioteca Mediceo-Laurenziana führt. Sie wurde 1444 von Cosimo d.Ä.
Medici gestiftet und birgt tausende von Handschriften lateinischer und
griechischer Klassiker, die von den Mediceern gesammelt worden waren.
An der Piazza
Madonna degli Aldobrandini, hinter der Kirche San Lorenzo, ist der
Eingang zur Capelle Medicee, den Medici-Kapellen. In der Krypta
beginnt eine Treppe, die zur Fürstenkapelle, der Capella dei Principi,
führt.Sie wurde 1604 - 1610 erbaut, ist mit kostbaren Steinmosaiken
ausgelegt und beherbergt die Sarkophage der Großherzöge der Toscana. Links
davon beginnt ein Gang, der zur von Michelangelo 1520 - 1524 erbauten
Grabkapelle des Hauses Medici, der Neuen Sakristei führt. Hier, in
diesem kuppelüberwölbten Raum, befinden sich die Grabdenkmäler für einen
Sohn und einen Enkel Lorenzos des Prächtigen.
An der Piazza San
Lorenzo finden wir den eindrucksvollen und prächtigen Palazzo
Medici - Riccradi. Er wurde im 15. Jh. von Cosimo d. Ä. erbaut
und im 17. Und 18. Jh. erweitert. In seinem Hof befindet sich der Zugang zur
Hauskapelle der Medici. Sie ist mit kostbaren Fresken von Benozzo
Gozzoli geschmückt. Ebenfalls über den Hof gelangt man ins Medici -
Museum, das Erinnerungsstücke an diese Familie birgt, die den Palazzo
bis 1537 bewohnte.
Östlich vom Palast der
Medici kommt man über die Via Camillo Cavour zur Piazza San
Marco, wo sich die Kirche und das ehemalige Kloster San Marco
befinden. Heute beherbergt das im 15. Jh. für die Dominikaner umgebaute und
von Fra Angelico mit Fresken geschmückte Gebäude das Museo di San Marco.
Südlich davon befindet
sich in der Via Ricasoli die Academia di Belle Arte, (
Kunstakademie).
Die Galleria
dell`Accademia kann man als Ergänzung der Studiensammlung der Uffizien
und der Galleria Pitti betrachten. Hier steht auch das Original des
berühmten David, den Michelangelo in jungen Jahren ( 1501 - 1503 aus einem
einzigen, riesigen Steinblock schuf.
An der Universität
vorbei führt von der Piazza San Marco die Via Cesare Battisti zur
Kirche Santissima Annunziata, die Verkündigungskirche. Sie wurde 1250
erbaut und im 15. Jh. umgestaltet. Die Vorhalle wurde 1601 erneuert. Dort
befinden sich Fresken von Andrea del Sarto ( 1505 - 1514).
Das Innere der Kirche
ist teilweise im Barockstil ausgestattet. Über der Türe, die vom linken
Querschiff in den kreuzgang führt befindet sich ein Fresko von Andrea del
Sarto.
Gegenüber der
Verkündigungskirche steht das Spedale degli Innocenti, das Findelhaus.
Der Bau wurde 1419 von Brunelleschi begonnen. In der Säulenhalle befinden
sich zwischen den Bogen farbige Medaillons mit Wickelkindern von della
Robbia.
Nahe bei der Kirche
liegt auch der Palazzo della Crocetta von 1620. In ihm befindet sich
das Museo Archeologico Centrale dell Etruria mit interessanten
Sammlungen aus etruskischer, griechischer, römischer und ägyptischer Zeit.
In der Nähe des Arno -
Ufers, am Rande der Altstadt, erhebt sich die Kirche Santa Croce. Sie
wurde 1295 für den Franziskanerorden begonnen, aber erst 1442 vollendet. Die
Fassade ist aus dem 19. Jh. In ihrem Inneren befinden sich die Grabdenkmäler
von Machiavelli, Michelangelo, Alfieri, Rossini, Cherubini und Gallilei.
Besonders zu beachten ist eine Marmorkanzel aus dem 15. Jh., sowie die
Fresken an den Wänden, die teilweise von Giotto stammen.
Beim ersten
Kreuzgang befindet sich die Kapelle der Pazzi, 1430 von
Brunelleschi erbaut. Besonders schön ist der zweite Kreuzgang im Stil
der Frührenaissance.
Das Kirchenmuseum
befindet sich im ehem. Refektorium.
Südlich vom Kloster
Santa Croce erstrecken sich die Gebäude der großen Nationalbibliothek.
Sie ist mit über 4 Millionen Titeln die bedeutendste Bibliothek Italiens.
Westlich von der Nationalbibliothek liegt am Corso de`Tintori das
Museo della Fondazione Horne. Es enthält wertvolle Sammlungen von
Möbeln, Gemälden und Zeichnungen, sowie Schmuck Gebrauchsgegenstände und
Skulpturen aus dem 14.-16. Jh.
Ebenfalls in der Nähe
von Santa Croce, an der Via Ghibellina Nr. 70, erwarb Michelangelo
ein Haus für seinen Neffen, die heutige Casa Buanarotti. Dessen Sohn
richtete hier bereits 1620 eine Erinnerungsstätte ein. Hier befinden sich
mit der „Kentaurenschlacht“ und der „Madonna mit Kind“ zwei Frühwerke des
Künstlers.
Der Ponte Vecchio,
eine der ältesten Arnobrücken von Florenz liegt an der schmalsten Stelle des
Flusses. Sie war so breit gebaut, dass man beidseitige Arkaden baute, in
denen Geschäfte und Wohnungen entstanden. Nachdem aber durch die Abfälle der
Fluss sehr verunreinigt wurde, ordnete der Großherzog Ferdinand I gegen Ende
des 16. Jh. an, daß nur noch Goldschmiede auf der Brücke ihre Läden haben
durften. Diese Bestimmung wird bis heute eingehalten.
Südwestlich der Ponte
Vecchio liegt am Boboli-Hügel der Palazzo Pitti. Es ist 36m
hoch und erinnert an eine Burg.
Er wurde1458 für Lucca
Pitti erbaut und zwischen 1500 und 1700 mehrmals ausgebaut.
Im Erdgeschoß befindet
sich ein Kutschenmuseum mit königlichen Karossen, sowie die Silbersammlung
und andere Kleinodien aus dem Besitz der Medici.
Im ersten Stockwerk
erstreckt sich die bedeutende Pitti-Galerie. Sie wurde im 16. Und 17.
Jh. von der Familie Medici angelegt und umfaßt hunderte von Gemälden,
darunter Meisterwerke von Raffael und Tizian. Angeschlossen sind ehemalige
königliche Gemächer.
Im zweiten Stock ist
eine Sammlung moderner Kunst aus dem 19. Und 20. Jh., vorzugsweise mit
Werken italienischer Künstler, zu besichtigen. Interessant auch der
Palazzina della Meridiana mit einer Kostümgalerie.
Im Süden des Palazzo
Pitti beginnen die Boboli-Gärten mit einem Areal von 45 000qm. In dem
Garten, der sich in Terassen den Hang aufwärts zieht, befinden sich Brunnen
und Statuen und er bietet sehr schöne Ausblicke über Florenz.
Dort finden wir auch
den Palazzino del Cavaliere in dem ein Porzellanmuseum mit italienischen,
deutschen und französischen Exponaten untergebracht ist.
Nordöstlich des Palazzo
Pitti erhebt sich die Kirche Santo Spirito, eine Basilika, die im 15.
Jh. nach Plänen von Brunelleschi erbaut wurde. Der Glockenturm ist von 1543.
Sie hat eine sehr schöne Sakristei, 15. Jh., sowie beachtenswerte
Altarbilder und zwei Kreuzgänge aus dem 16. Jh.
Westlich davon befindet
sich die ehem. Klosterkirche der Karmeliter Santa Maria del
Carmine. Nach einem Brand im Jahre 1782 wurde sie fast vollständig
erneuert, trotzdem sind im Inneren in der Brancacci-Kapelle Fresken
aus der Apostellegende von 1424-1427 erhalten.
Ausflüge
Auf keinen Fall sollte
man es versäumen Fiesole zu besuchen. Diese alte Etruskersiedlung, in
römischer Zeit Faesulae genannt, war von gewaltigen Mauern umgeben die
teilweise noch erhalten sind. Der Dom im Zentrum des Ortes wurde zwischen
dem 11. Und 13. Jh. im toscanisch - romansichen Stil erbaut. Dahinter
befindet sich ein Ausgrabungsgelände mit Resten eines etruskischen und
eiines römischen Tempels sowie einem gut erhaltenen, römischen Theater. Im
Stadtpark liegt die Kirche Sant`Allessandro von deren Terasse man einen
besonders schönen Ausblick hat. |