| Venedig
Provinz Venedig
oder Venezia/ Region Venetien oder Veneto/ Höhe 1m über dem Meer/ Einwohner
306 000
Vorbemerkung
Wir
empfehlen Reisenden die Venedig besuchen möchten den Erwerb eines
speziellen Reiseführers. Hier können wir Ihnen nicht mehr als eine kurze und
auch unvollständige Beschreibung aller Sehenswürdigkeiten dieser
bemerkenswerten Stadt bieten.
Am Adriatischen Meer,
in der Lagune von Venedig liegt die Stadt Venedig. Die Lagune, ein 55km
langes und bis zu 12km breites Brackwassermeer, wird durch vorgelagerte
Nehrungen - das ist angeschwemmtes Land - von der Adria getrennt.
Dadurch hielten sich über Jahrhunderte die Überschwemmungen in Grenzen. Mit
dem Festland ist die Stadt durch einen Straßen - und Eisenbahndamm
verbunden.
Venedig ist die
Hauptstadt der Region Venetien, beherbergt eine Universität, 2 Hochschulen
und eine Vielzahl von Bibliotheken, Museen und Archiven. Alle 2 Jahre findet
hier die Biennale für zeitgenössische Kunst statt, die eine der ganz
wichtigen Kunstausstellungen Europas ist.
Das unvergleichliche
Stadtbild von Venedig wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes
aufgenommen. Wenn man über den Canal Grande fährt oder auf der
Piazza San Marco steht, vermitteln die stolzen Adelspaläste und Kirchen
eine Ahnung von der Bedeutung und der Macht, die diese Stadt in früheren
Jahrhunderten besaß.
Erbaut wurde
Venedig auf 118 kleinen Inseln die durch ca. 400 Brücken miteinander
verbunden sind. Wenn der Venezianer von Piazza spricht, so meint er damit
immer die Piazza San Marco. Andere Plätze der Stadt werden Calle oder
Salizza genannt.
Da die Häuser auf
Holzpfählen erbaut wurden die durch die Jahrhunderte und vor allem durch die
Industrieabwässer zersetzt werden, ist die Stadt vom Verfall bedroht. Dies
wird noch durch die Landsenkung verschlimmert, die sich in den letzten
Jahrzehnten sehr beschleunigt hat und die auch der Grund für die immer
häufiger werdenden Überschwemmungen darstellt. Eine Die schwerste
Überschwemmung in der Geschichte der Stadt war am 4. 11. 1966. Damals stand
der Markusplatz 140cm unter Wasser. An den Eingängen der Lagune wird deshalb
ein groß angelegtes System aus Sperrwerken und mobilen Deichen angelegt um
Venedig vor weiteren Überflutungen zu schützen.
Wie anderswo Bus,
Straßenbahn oder Taxi benutzt man in Venedig die Linienboote und die
Gondeln. Alleine am Canal Grande befinden sich 15 Anlegestellen für
Linienboote. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit der Linie 5, man sieht dabei
viele interessante Gebäude und Stätten von Venedig, z.B. das Arsenal
und die Friedhofsinsel San Michele.
Die wichtigsten
Branchen in der Stadt sind Tourismus, Kunsthandwerk sowie Handel - und
Dienstleistungen. Industrieansiedlungen findet man dagegen in den
Stadtteilen Mestre und Marghera, beide auf dem Festland gelegen. Der Hafen
von Venedig ist einer der bedeutendsten in Italien.
Etwas ganz besonderes
ist der Carneval von Venedig. Hier wurde eine alte Tradition der
Lagunenstadt wiederbelebt, die im Laufe der Zeit in Vergessenheit
geraten war und die gerade für uns moderne Menschen einen ganz besonderen
Zauber, eine einmalige Faszination ausstrahlt.
Im Altertum siedelten
im Bereich des heutigen Venedig die Veneter. Diese gingen im 3.Jh. v. Chr.
mit Rom ein Schutzbündnis ein und wurden bald darauf romanisiert. 451
flüchteten Küstenbewohner auf die Laguneninseln. Sie schlossen sich 697
unter der Leitung eines Dogen zum Venetischen Seebund zusammen.
Rivus Altus ( Rialto )
hieß das heutige Venedig, das 811 Sitz der Regierung wurde. 829 wurden die
Gebeine des Evangelisten Markus aus Alexandria überführt und dieser ist
seitdem der Schutzpatron der Republik. Seit diesem Zeitpunkt führt Venedig
auch den geflügelten Löwen im Wappen.
Aufgrund der günstigen
Lage zwischen Byzanz und dem Abendland, vollzog sich im Mittelalter der
Aufstieg von Venedig. Die Venezianischen Truppen besetzten die Ostküste von
Afrika und eroberten 1204 Konstantinopel. Venezianer siedelten an den Küsten
Kleinasiens und Griechenlands.
Künstlerisch stand die
Stadt ganz unter dem Einfluß von Byzanz, Die Basilika San Marco ist hierfür
ein eindrucksvolles Beispiel.
1380 besiegte Venedig
in der Schlacht bei Chioggia den Erzrivalen Genua, beherrschte danach das
gesamte östliche Mittelmeer und eroberte Verona, Brescia und Bergamo ( Terra
Ferma ).
Durch das Vordringen
der Türken im 15. Jh., durch die Entdeckung neuer Seewege nach Indien und
den Rückgang des Levantehandels verlor Venedig nach und nach an Bedeutung
und Einfluß. Weiter geschwächt wurde die Republik durch die Kriege zwischen
Spanien und Österreich, in die sie im 16. Jh. verwickelt wurde. 1718 endeten
die Türkenkriege mit dem Verlust aller orientalischen Besitzungen. 1797
eroberten die Franzosen Venedig und beendeten damit die Selbständigkeit der
Stadt. Nach 1815 fiel die Stadt an Österreich und schloß sich dann 1866 an
das neue Königreich Italien an.
Canal Grande
Dieser Kanal ist die
Hauptverkehrsader der Lagunenstandt.. Er ist knapp 4km lang bis zu 5m tief und 30 bis 70m breit. Hier, an den
prunkvollen Stadtpalästen kann man am besten die Entwicklung der Baustile
vom 13. bis ins 18. Jahrhundert erkennen und sich ein Bild von Pracht und
Reichtum des alten Venedigs machen. Die Pfähle vor den Palazzi tragen die
Farben ihrer Besitzer und waren zum Schutz der anlegenden Gondeln gedacht.
Unmittelbar in
Bahnhofsnähe steht die Kirche Santa Maria degli Scalzi, die Kirche
der ehemaligen Barfüßer, erbaut 1683 - 1705.
Ursprünglich im 13. Jh.
wurde der Palazzo Fondaco del Turchi erbaut. Er ist ein typisches
Beispiel für den venezianisch - byzantinischen Stil und wurde im 19. Jh.
erneuert. Heute befindet sich dort das Naturgeschichtliche Museum.
Einen der schönsten
Renaissancepaläste Venedigs, den Palazzo Vendramin - Calergi ( 1509 )
kann man schräg gegenüber bewundern. Hier starb 1883 Richard Wagner, heute
befindet sich hier im Winter das städtische Casino.
Auf der rechten
Kanalseite steht der Barockpalast Ca`Pesaro ( 1710 ) mit seiner
einmalig schönen und prunkvollen Fassade. Heute ist hier das Museum für
Ostasiatische Kunst.
Wenige Jahre später
entstand der Palazzo Corner della Regina als Pendant zum Ca`Pesaro.
Der schönste gotische
Palast von Venedig ist zweifellos der Ca`d`Oro, das sog. „Goldene
Haus“ aus der ersten Hälfte des 15. Jh.. Damals war die Fassade mit den
wunderschönen Maßwerkfenstern vergoldet, heute ist sie das nicht mehr und
trotzdem strahlt dieser Palazzo einen ganz eigenen Zauber aus. In seinen
Räumen befindet sich heute die Galleria Franchetti mit Werken von van
Dyk, Tizian, Tintoretto und anderen.
Schon im 13. Jh. gab es
eine Deutsche Handelsniederlassung in Venedig. Der Fondaco del
Tedeschi, erbaut im 13.Jh., wurde 1506 nach einem Brand erneuert. Heute
befindet sich die Hauptpost darin.
Die bekannteste Brücke
von Venedig ist zweifellos die Ponte di Rialto. Sie wurde im 16.Jh.
erbaut und überspannt, 48m lang und überdacht, den Canal Grande.
In ihrer Nähe befinden
sich der Palazzo Loredan ( heute Sitz der Stadtverwaltung ) und
der Palazzo Frasetti. Beide entstanden im 13.Jh. und sind gute
Beispiele des frühen, venezianischen Palasttypus.
Im Jahr 1575 wurde der
Palazzo Grimani vollendet der mit seiner wunderbar gegliederten
Fassade als beispielhaft für den Palastbau der Hochrenaissance gilt.
Es schließen sich der
Palazzo Corner - Spinelli ( 15.Jh. ) und der gotische Palazzo
Pisani - Moretta an. Letzterer mit sehr schönen Maßwerkfenstern
im Obergeschoß.
Die Palazzi
Moncenigo, 4 Paläste, sie gehörten alle der Familie Moncenigo, liegen
auf der linken Seite, kurz vor der letzten Schleife des Kanals. Sie stammen
aus dem 16. - 17. und 18. Jh.
Darauf folgt der
Palazzo Contarini delle Figure, ein Renaissancebau, der seinen Namen von
den Ornamenten an der Fassade erhielt.
An der Einmündung des
Rio di Ca`Foscari liegt der manieristische Palazzo Balbi aus dem
16.Jh.
Dieser Fluß liegt
zwischen der Ca`Foscari und dem Palazzo Giustinian. Beide
Häuser gehören zusammen und bilden einen eindrucksvollen Palastkomplex den
der Doge Francesco Foscari 1452 prachtvoll umbauen ließ. Heute ist hier der
Sitz der Universität.
Bereits unter dem
Einfluß des beginnenden Klassizismus entstand 1770 einer der jüngsten
Paläste von Venedig, der Palazzo Grassi. Er dient heute
Ausstellungszwecken und hat einen ungewöhnlichen, quadratischen Innenhof.
Ziemlich genau
gegenüber steht der Palazzo Ca`Rezzonico. Er wurde im 17. und 18. Jh.
im Stil des Barock erbaut.
Direkt nach der Ponte
dell`Academia von 1932 erhebt sich der Palazzo Franchetti, ein sehr
hübscher, gotischer Palast.
An der Fassade des
Palazzo Contarini dal Zaffo, begonnen 1490, kann man sehr gut den
Übergang von der Gotisch zur Renaissance nachvollziehen.
Im Palazzo Ca`Venier
dell Leoni, der 1749 begonnen wurde, aber unvollendet blieb, befindet
sich heute das berühmte Gugenheimmuseum.
Ihm gegenüber liegt der
Palazzo Corner aus dem 16. Jh. Er ist einer der prächtigsten
Renaissancepaläste in Venedig.
Der Legende nach ist
der Palazzo Contarini - Fasan, ein gotischer Palast aus dem 15. Jh.,
das „Haus der Desdemona“. Interessanterweise hat er nur die Breite
eines Zimmers.
Kurz vor der Einmündung
des Canal Grande in den Bacino di San Marco erhebt sich eindrucksvoll die
Kirche Santa Maria della Salute mit ihrer schönen Kuppel. Sie wurde 1631
- 1681 zur Erinnerung an die Pest des Jahres 1630 im Stil des Barock erbaut.
Im Inneren befinden sich sehr schöne Altarbilder, zum Teil von Tintoretto
und Tizian.
Piazza San Marco
Man nennt diesen
wunderschönen Platz auch den „ Salon Venedigs“. Kein Wunder, denn durch
seine Größe und die Schönheit seiner Bauten vermittelt er ein gutes Bild von
der Pracht und der Größe Venedigs in früheren Jahrhunderten. Er ist 175m
lang und zwischen 56 und 82m breit und komplett mit Marmor - und Trachyt
belegt und wird an drei seiner Seiten durch die Bogengänge der Prokuratie
eingerahmt. Hier finden auch heute noch Konzerte und andere Veranstaltungen
statt.
Die Amtsgebäude der
ehemals höchsten Beamten der Republik, schließen den Platz nach drei Seiten
hin ab. Die Procuratie Vecchie, erbaut 1480 - 1517, ist mit der
schönen Fassade und den Arkaden ein schönes Beispiel venezianischer
Frührenaissance. Hier findet man auch das bekannte Caffe Quadri Die
Procuratie Nuove wurde 1584 - 1640 erbaut. hier residierte Napoleon,
als er Venedig zu Anfang des 19. Jh. einen Besuch abstattete .Im Obergeschoß
der Procuratie Nuove befindet sich heute das Archäologische Museum,
unter den Arkaden elegante Geschäfte und das berühmte Caffe Florian,
das bereits 1720 erwähnt wurde.
Neben der Procuratie
Vecchie steht der im 15. Jh. erbaute Uhrenturm, eines der Wahrzeichen
von Venedig. Auf seinem obersten Geschoß ist der Markuslöwe zu sehen,
auf einer Plattform stehen zwei Mohren aus Bronze, die jede volle Stunde die
Glocke schlagen.
Zwischen der alten und
der neuen Prokurazie befindet sich in der Ala Napoleonica von
1810 das Museo Corner, ein Museum für Kultur und Geschichte mit einer
sehenswerten Gemäldesammlung.
Der Campanile San
Marco wurde im 12. Jh. errichtet, er ist 97m hoch ( Fahrstuhl ).Seine
helmartige Spitze mußte 1905 - 1912 neu aufgebaut werden, sie war 1902
eingestürzt. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Lagunenstadt.
Die Logetta, eine kleine Arkadenhalle am Fuß des Campanile (1540),
besitzt eine sehr schöne Bronzetüre aus dem 18. Jh.
Die Piazetta
liegt zwischen Markusplatz und Canale di San Marco. Sie wird von der
Markusbibliothek und dem Dogenpalast eingerahmt. Dieser Platz
entstand durch Erdaufschüttungen, hier stehen auch die beiden Monolithe,
Granitsäulen aus Syrien oder Konstantinopel, mit einer Figur des hl. Theodor
und des geflügelten Markuslöwen.
Die Liberia Marciana
an der Westseite der Piazetta ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel
eines Renaissancebauwerkes. Hier werden Exponate der Biblioteca Marciana
gezeigt, insbesondere kostbare, alte Handschriften. ( Voranmeldung nötig ).
Die Deckengemälde Im Vestibül sind von Tizian ( 1560 ), die Gemälde im
Ehrensaal zum Teil von Veronese und Tintoretto. Die eigentliche
Bibliothek ist im Gebäude der Zecca von 1545 untergebracht.
Palazzo Ducale
Der Dogenpalast
nimmt die Ostseite der Piazetta ein. Bereits 814 residierte hier der Doge
von Venedig, das heutige Gebäude entstand zwischen 1309 und 1483. Die
Innenausstattung stammt zum größten Teil aus dem 16.Jh.
Die Fassade des Palazzo
ist spätgotisch, ungewöhnlich dabei ist, daß das Obergeschoß geschlossen,
das Untergeschoß aber völlig durch spitzbogige Arkaden durchbrochen ist. Der
Oberbau ist von Zinnen gekrönt und mit einem farbigen Muster aus Marmor
ausgelegt.
Im Inneren besticht die
Scala del Giganti, eine prunkvolle Marmortreppe aus dem 15. Jh. mit
Statuen von Mars und Neptun. Sie führt ins Innere des Palastes. Im
Erdgeschoß befindet sich heute das Museo dell`Opera. Die
Prachträume im zweite und dritten Obergeschoß wurden nach zwei Bränden
im 16. Jh. neu und ungeheuer kostbar ausgeschmückt.
Die
Repräsentatiuonsräume im zweiten Obergeschoß erreicht man über die
Scala d`Oro, eine Prunktreppe mit kostbarsten Vergoldungen aus dem
16. Jh.
Die Salla del
Maggior Consiglio im zweiten Obergeschoß nimmt mit einer Länge von 54m
und einer Breite von 25m nahezu den gesamten Südflügel des Palazzo ein. Ihre
Ausmalung preist die Geschichte Venedigs. Zu diesen Arbeiten haben u.a.
Veronese und Tintoretto mit Germälden beigetragen. So ist das Tintoretto
- Gemälde „Paradies“ mit 24,60m x 7,5m eines der größten Gemälde der
Welt. Von den Balkonen hat man einen wunderbaren Ausblick auf Venedig mit
seinen Kirchen und Palästen.
Im Ostflügen sind die
Dogengemächer ( 15. Jh. )sowie eine Gemäldesammlung aus dem Besitz
der Dogen zu besichtigen. Die repräsentativen Staatsräume befinden
sich im dritten Stock des Palazzo Ducale. Auch hier sind Deckengemälde von
Tintoretto und Veronese, sowie Dogenbildnisse und ein Waffenmuseum in
der ehemaligen Rüstkammer zu sehen.
Östlich vom Dogenpalast
findet man die Ponte della Paglia, die sog. Strohbrücke. Von hier hat
man einen sehr schönen Blick auf die Ponte del Sospiri, die
Seufzerbrücke von 1595. Sie führt zur Hinrichtungsstätte und verbindet
den Dogenpalast mit dem Prigione, dem Gefängnis.
Bassilica di San Marco
Dies ist die
Grabeskirche des Evangelisten Markus, die Staatskirche und die Kirche des
Dogen von Venedig. Im 9. Jh., entstand hier die erste Kirche für die Gebeine
des Evangelisten. Sie wurde nach einem Brand 976 neu erbaut und im 11. Jh.
durch eine Byzantinische Kuppelkirche ersetzt.. Nach der Eroberung von
Konstantinopel ( 1204 ) wurde die Kuppel erhöht, die nördliche Vorhalle
erbaut und es entstanden die beeindruckende Auskleidung der Kirche mit
Mosaiken. Seitdem stehen auf der Galerie die 4 Bronzepferde. Sie
waren Siegestrophäen des 4. Kreuzzuges. Die Originale kann man heute im
Museo Marciano besichtigen. Der Figurenschmuck der oberen Fasade entstand im
14. - 16. Jh.
Die Mosaiken an den
Innenwänden der Basilika stellen Szenen aus dem Alten Testament dar. Sie
bedecken eine Fläche von ca. 4240qm. Im Langhaus sind Zyklen mit der
Darstellung der Passion und Himmelfahrt Christi und des Pfingstwunders zu
sehen, die im 12. und 13. Jh. entstanden und im 15. Jh. teilweise
restauriert wurden.
Eines der kostbarsten
Stücke der Innenausstattung ist die Pala d`Oro, ein großer,
vergoldeter Altaraufsatz, der sich aus reich mit Emaille und Edelsteinen
geschmückten Teilen zusammensetzt, die zwischen dem 10. und 14. Jh. in
Konstantinopel und Venedig gefertigt wurden. Er befindet sich hinter dem
Hochaltar, seine Schauseite ist der Apsis zugewandt.
Gegenüber der Pala
d`Oro führt eine prachtvolle Bronzetüre aus dem 16. Jh. in die Sakristei.
Die Schatzkammer,
besteht aus den Kunstschätzen, die die Venezianer nach der Eroberung von
Konstantinopel nach Venedig brachten,. Sie befindet sich im rechten
Querschiff. Dogengräber und ein Taufbecken von 1545 findet man
im Baptisterium, im rechten Seitenschiff. Die Cappella Zen war
ursprünglich zur Piazetta hin geöffnet. Hier ist das Grabmal des
Kardinals Zeno aus dem frühen 16. Jh. zu besichtigen.
Links und rechts vom
Hauptportal führen Treppen zum Museo Marciano in den ehemaligen
Kirchenemporen. Hier werden einmalige Kostbarkeiten aus vielen Jahrhunderten
gezeigt.
Stadtteil Castello
Die Riva degli
Schiavoni ist eine Promenadenstraße, an der sich auch viele
Anlegestellen der Stadt - und Linienschiffe befinden. Hier, an der Mündung
des Rio del Vin entstand in der Mitte des 19. Jh., in dem Räumen des alten
Palazzo Dandolo das Hotel Danieli, bis zum heutigen Tage eines der
berühmtesten Nobelhotels der Welt. Am Ende der Uferpromenade sind die
Ausstellungsräume in denen alle zwei Jahre die Biennale Internationale
d`Arte stattfinden.
Ganz in der Nähe liegt
die Kirche San Zaccaria ( 1460 - 1500 ). Im Inneren ein
Altarbild von Bellini ( 1505 ).
Nordöstlich davon
erhebt sich der Palazzo Querini - Stampalia in dem sich die
Pinacoteca Querini -Stampalia, eine bemerkenswerte Gemäldesammlung,
befindet.
In unmittelbarer Nähe
des Hotels Danieli findet man die Kirche Santa Maria Formosa. In
ihrem Inneren sind einige sehr schöne Altarbilder zu besichtigen. Der
weitläufige Campo di Santa Maria Formosa wird von sehr schönen
Palazzi im Stil der Gotik und der Renaissance eingefaßt.
Eine der wichtigsten
Kirchen des Bettlerordens in Venedig ist Santi Giovanni e Paolo, kurz
„Zanipolo“ genannt, eine im 14. und 15. Jh. errichtete, ehemalige
Dominikanerkirche. Unter den dort befindlichen Dogengräbern ist besonders
das Grabmal des Dogen Andrea Vendramin herauszuheben. Ebenso
beachtenswert ist die neunteilige Altartafel die um 1480 entstand.
Auf dem Campo steht
auch das berühmte Reiterstandbild des Söldnerführers Bartolomeo Colleoni
( 15. Jh.). Der Colleoni verkörpert in geradezu idealer Weise den Typus des
stolzen und herrischen Condottiere der damaligen Zeit.
In Unmittelbarer Nähe
der Kirche „ Zanipolo“ finden wir auch die Scuola Grande di San
Marco ( 15. Jh. ). Sie wird heute als Krankenhaus genutzt und war früher
das Bruderschaftshaus einer Wohlfahrtsvereinigung, die 1260 gegründet wurde.
Westlich des Campo
steht die Kirche Santa Maria Miracoli, die - innen und aussen mit
Marmor verkleidet - ein schönes Beispiel der Bauweise der Frührenaissance
bildet. Sie wurde im 15.Jh. zur Verehrung eines wundertätigen Marienbildes
errichtet.
In der Nähe der Rialto
- Brücke erhebt sich die Chiesa San Salvatore, eine sehr schöne
Kreuzkuppelkirche aus dem 16. Jh. mit einer Barockfassade aus dem 17. Jh.
und einer beachtenswerten Innenausstattung.
Hier beginnt die
Merceria di San Salvator, die in die Merceria dell`Orlogico
mündet. Sie ist eine der wichtigsten und elegantesten Einkaufsstraßen
Venedigs und mündet auf dem Markusplatz.
Der Stadtteil San Marco
Wenn man vom
Markusplatz in die Salizzada San Moise einbiegt an der die
gleichnamige Barockkirche liegt, kann man über die Via 22 Marzo zum
Campo S. Maria Zobenigo gelangen. Unmittelbar in seiner Nähe liegt
das berühmte Teatro La Fenice. Es wurde im 18. Jh. erbaut und im
Januar 1996 durch einen Brand fast vollkommen zerstört. Die UNESCO sammelt
Spenden um dieses schöne Theater wieder aufzubauen.
Der Campo Santo
Stefano, er geht im Süden in den Campo San Vidal über, ist wohl
der belebteste Platz von Venedig. Stattliche Paläste wie z.B. der Palazzo
Loredan ( 16. Jh.), der Palazzo Morosini ( 14.Jh., im 17. Jh.
erneuert )und der Palazzo Pisani ( 17.Jh.), sowie die ehemalige
Augustinerkirche Santo Stefano ( 14. - 15. Jh.) prägen sein Bild.
Die Galleria
dell`Accademia ist eine der berühmtesten Gemäldegalerien der Welt. In
keiner anderen Gemäldesammlung kann man die Entwicklung der venezianischen
Malerei so eindrucksvoll nachvollziehen. Diese Sammlung ging aus einer 1750
gegründeten Kunstgalerie hervor und ist seit 1807 hier, in den Gebäuden des
ehemaligen Klosters Santa Maria della Carita` untergebracht. (
Schiffsanlegestelle „Accademia“ )
Stadtteil S. Polo
Wenn man von der
Anlegestelle Accademia zur Station San Toma` fährt, gelangt man zu der
spätgotischen Backsteinbasilika I Fari mit ihrem hohen Glockenturm,
die eine der wichtigen Begräbnisstätten berühmter Venezianer und eine
der schönsten und größten Kirchen von Venedig ist.
In ihrem Inneren finden
wir eine Vielzahl von sehenswerten Kunstwerken der verschiedensten Epochen
vom 15. bis zum 19. Jh. Hier liegen die Dogen Nicolo Tron`und Francesco
Foscari, sowie die Künstler Tizian und Canova begraben. Hier befindet sich
Tizians berühmte „Pesaro - Madonna“, ein besonders schönes Altarbild.
Sie wurde nach der Familie des Stifters so benannt, die hier auch ihre
Grabkapelle hat.
Hinter der I Fari -
Kirche erstreckt sich der Campo San Rocco der von den Bauten der
Bruderschaft San Rocco eingerahmt wird. An der Nordseite die Kirche San
Rocco, die erbaut wurde um die Gebeine des hl. Rochus aufzunehmen die
1485 von Venedig erworben worden waren. Man erhoffte sich von diesen
Reliquien einen Schutz vor der Pest. Bis auf den Chor wurde die Kirche im
18. Jh. erneuert. sehenswert die Gemälde von Tintoretto, die sich in ihrem
Inneren befinden.
Die Scuola Grande di
San Rocco ( 16. Jh. )erhebt sich an der Südseite des Platzes. Hinter der
schön gegliederten Fassade aus Marmor verbirgt sich einer der größten
Kunstschätze Venedigs.
Insbesondere sind hier
die Gemälde von Tintoretto hervorzuheben, die von Anfang an für
dieses Haus bestimmt waren, sich also noch an ihrem Originalplatz befinden.
Die Scuola di San
Giovanni Evangelista, sie beherbergt einen sehr schönen Vorhof von 1481
und ein eindrucksvolles Treppenhaus von 1500, erreicht man über den
Campo
San Stin.
Isola della Giudecca
Schon von weitem kann
man auf der Isola della Giudecca, die vom Festland durch den
gleichnamigen Kanal getrennt ist, die Kuppel der Kirche Il Redentore
sehen. Im 16. Jh., als die Pest in Venedig wütete gelobte die Singoria den
Bau dieser Kirche. Der Entwurf stammt von Palladio, im Inneren sind sehr
schöne Bronzestatuen und Marmorreliefs zu sehen.
Östlich der Insel liegt
das Inselchen San Giorgio Maggiore. Hier steht die gleichnamige
Kirche, eine ehemalige Bendektinerkirche mit weißer Marmorfassade und einem
beeindurckenden Kirchenraum der durch große Pfeiler gegliedert ist. Der Bau
entstand im 16. und 17. Jh., der Entwurf stammte von Palladio. Im Inneren 2
Spätwerke des Malers Tintoretto. Der Campanile ist 60m hoch und
bietet eine einmalige Aussicht.
Das ehemalige
Klostergebäude mit seinen beiden Kreuzgängen und dem schönen
Treppenhaus, befindet sich im Besitz der Fondazione Giorgio Cini,
einer Stiftung, die sich insbesondere um die Restaurierung und Erhaltung von
historischen Gebäuden verdient gemacht hat. Ausserdem wurden ein
internationales Kulturzentrum mit einem Schauspielhaus, einem
Freilichttheater und 30 Hörsälen eingerichtet.
|